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Die Frage der „Ehre“

Robert Habeck geifert auf grünem Parteitag gegen die AfD

Von SARAH GOLDMANN

Das Wichtigste vom grünen Parteitag zu Beginn: Habeck entdeckt die Ehre. Nach „Haltung“ das nächste Wortungetüm, das sie aus der Nazizeit in die Gegenwart übertragen wollen. Habeck bezeichnete am Freitag die „Haltung“ gegen die AfD als eine „Frage der Ehre“. Dabei gestikulierte er ununterbrochen mit den Armen, wie der spastische Abklatsch eines früheren deutschen Diktators.

Wie er sein Ehrgefühl dabei „begründete“, lässt sich kurz referieren. Die ZEIT fasst den grünen Nerv wie immer zielsicher zusammen:
*** Zum Auftakt des Grünen-Parteitags in Bielefeld hat Parteichef Robert Habeck sich indirekt für eine Beobachtung der gesamten AfD durch den Verfassungsschutz ausgesprochen. Die Parteiführung habe sich nicht von ihrer bereits beobachteten Jugendorganisation Junge Alternative oder von der Parteiströmung „Flügel“ distanziert, die „von einem faschistischen Staat“ träumten. „Unter diesen Voraussetzungen ist die gesamte AfD ein Fall für den Verfassungsschutz“, sagte Habeck. Der Grünen-Chef forderte auch die CDU dazu auf, eine klare Haltung gegen die AfD zu zeigen und eine Zusammenarbeit, egal auf welcher Ebene, zu unterbinden. „Da, wo die Zusammenarbeit stattfindet, müssen diese Gliederungen aus der CDU ausgeschlossen werden“, sagte Habeck. Dies sei eine „Frage der Ehre“. ***

Also: Auch die CDU hat sich nicht von ihrer Jugendorganisation, der Jungen Union, distanziert, die Freien Demokraten tun dies nicht, die Linken haben sich nicht von ihren jungen Linksfaschisten und auch nicht von der linken SA („Antifa“) distanziert, die SPD hat keine Jugendorganisation mehr, sondern einen Kevin – von dem sie sich auch nicht distanziert.

Warum also sollte sich eine demokratische Partei AfD von ihrem demokratischen Jugendverband distanzieren?

Die Beobachtung durch den Verfassungsschutz kann kein Maßstab sein, denn erstens ist es eine (im Ergebnis offene) Beobachtung und zweitens geschieht sie nicht nach dem Kriterium der Verfassungsfeindlichkeit, sondern nach dem politischen Kriterium, wie der AfD maximal geschadet werden kann. Sie geht also, wenn es um ernst zu nehmende Argumentation gehen sollte, ins Leere.

Und was die Flügel betrifft, haben sich die Grünen seit ihrem Bestehen weder vom Realo- noch vom Fundi-Flügel distanziert, dem faschistischen Flügel, der häufig in der Mehrheit war und es auch jetzt wieder ist, mit Habeck an der Spitze.

Eine fehlende Distanzierung von Flügeln reicht also ebenfalls nicht hin, um einer Partei einen Vorwurf zu machen.

Bleibt die „Ehre“. Die kann er weiter  suchen bei seinem geistigen Vorvater, der sie vor einigen Jahrzehnten ebenfalls zum politischen Prinzip erhob. Und Anna-Lena, die mit dem Kobold? So wie vor zig Jahren üblich lässt sie ihren Macker reden und gluckst als braves Frauchen glücklich neben und um ihn herum, versehen mit dem Applaus der Delegierten.

Zwei Rückwärtsgewandte standen zur Wahl auf dem grünen Parteitag. Eine Unzahl Ewiggestriger wird sie mit Sicherheit wieder wählen.
(pi-news.net)

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