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Die innergesellschaftlichen Spannungsfelder nehmen zu

Freundschaft zwischen „Rechten“ und „Linken“ noch möglich?

Von CANTALOOP

Angesichts der veränderten politischen Lage im tief gespaltenen deutschen Land fragt man sich des Öfteren, ob es überhaupt noch ratsam ist, außerhalb der eigenen sozialen Gruppe Freundschaften zu pflegen. Denn immer deutlicher zeigt sich die extrem polarisierende Wechselwirkung unserer unterschiedlichen „Interessenverbände“. Vor allem die linke „Nomenklatura“ wünscht sich wohl eher die vollständige Vernichtung des politischen Gegners, als dass man den Austausch mit selbigem sucht.

Von Fairness oder gar freundschaftlicher Verbundenheit ist man in den verfeindeten politischen Lagern derzeit meilenweit entfernt. Wenn sogar ehemals geachtete und seriöse Tageszeitungen wie die „Zeit“ öffentlich dazu aufrufen, dass Kinder ihre eigenen Eltern mittels Kontaktabbruch „bestrafen“ sollten, falls diese es wagen würden, die AfD zu wählen, so stellt das sicherlich nur die Spitze des Eisberges dar.

Zeitgleich dazu werden Freundschaftslisten innerhalb der sozialen Netzwerke penibel genau auf die politische Präferenz des Inhabers abgestimmt – und in der Regel von allem, was irgendwie „rechts“ zu sein scheint, bereinigt. Aus den Augen, aus dem Sinn. Auch viele Bürger wollen eben lieber zu den „Guten“ gehören. Und dann muss man mitunter auch auf so manche „unkorrekte“ Person im Bekanntenkreis verzichten.

Korrekte Gesinnung vor Empathie
Heutzutage, wo die „richtige“ Gesinnung unter Umständen über Beruf, Karriere, bürgerliche Existenz und dergleichen mehr entscheiden kann, durchaus nachvollziehbar. Aber auch innerhalb von Familien, Arbeitskollegen und neuen Bekanntschaften ist die persönliche Einstellung zu Politik, Zuwanderung und Islam ein weitreichendes, zentrales und relevantes Themenfeld geworden. Vorsichtige Zurückhaltung bei vielen Konservativ-Liberalen, aber ein unverhohlenes Befürworten des derzeitigen Merkel-Kurses bei allen Linken kennzeichnet die Situation. Und spaltet die Nation somit auch im Verborgenen.

Linke Heimtücke als Alleinstellungsmerkmal der „guten“ Deutschen
Unweigerlich fühlt man sich an dunkle Zeiten erinnert, wo es ebenfalls ratsam erschien, seine wahre Meinung und so manch liebgewonnene Freundschaft zu verbergen, um im Umkehrschluss geräuschlos dem „Mainstream“ zu folgen. Zumindest dann, wenn man unbehelligt weiterleben wollte. Politische Abweichler und Dissidenten hatten naturgemäß im Osten ein mühsames Leben. Heute im Westen.

Die seitens des „Systems“ vielgepriesene Pluralität, Offenheit und Diversität entlarvt sich zunehmend als Schimäre. Infolgedessen: so wie man im Staatsinteresse noch bis weit in die 70-er Jahre hinein sogenannte „Sympathisanten“ der RAF verfolgte, hat sich dieser Sachverhalt gleichwohl zum exakten Gegenteil verkehrt. Linksextremismus in all seinen Formen ist gesellschaftlich nicht nur vollkommen akzeptiert, sondern mancherorts sogar ausdrücklich erwünscht. Die „APO“ ist demzufolge längst auf der anderen Seite des politischen Koordinatensystems verortet.

Angst und Vorsicht stehen nun vor Unvoreingenommenheit
Eingedenk dieser Tatsache kommen sogar alte Freunde, die sich schon aus Kinder-, Schul- oder Studienzeiten kennen, nicht umhin, ihre persönliche Einstellung zu aktuellen Geschehnissen wie der „Flüchtlingskrise“, als Gradmesser der Belastbarkeit ihrer Beziehung zu prüfen, um bei allzu groben Meinungsverschiedenheiten die Freundschaft besser ruhen zu lassen. Um des lieben Friedens willen.

Ein indifferentes Rechts-Links-Schubladendenken ist entstanden
Eine ebenso beschämende wie auch zutiefst traurige Entwicklung. Übergreifende Freundschaften zwischen Linkspartei/Grünen-Wählern und den eher der AfD-zugewandten Zeitgenossen scheinen somit die absolute Ausnahme im heutigen gesellschaftlichen Diskurs geworden zu sein. Man sagte dem konservativen „Hardliner“ Günther Beckstein von der CSU einst eine innige Verbundenheit zum grünen Schlachtross Claudia Roth nach. Heutzutage wohl undenkbar.

Auch Helmut Schmidt und Franz-Josef Strauß pflegten trotz aller politischen Differenzen – und allen anderslautenden Behauptungen zum Trotze -, einen durchaus wertschätzenden Umgang miteinander.

Sich der Widersprüchlichkeit des Handelns bewusst sein
Aktuell sehen die Führungskräfte der vereinigten Linksparteien inklusive der Kanzlerin jedoch alles, was sich „rechts“ von ihnen befindet, als gesellschaftlichen „Abschaum“ an – und würden sich in ihrer despektierlichen Arroganz und Selbstgefälligkeit freiwillig keinen Millimeter auf den politischen Kontrahenten zubewegen. Selbst dann nicht, wenn dieser in der Sache Recht hat. Starre Fronten, politische Spannungsfelder und eine überhebliche linke Dogmatik sind eben signifikant im 2018er Deutschland. Sowohl bei Politikern, als auch bei Privatleuten.

Wenn es nicht gelingen sollte, diesen „Riss“, der komplett durch die indigene Gesellschaft von Ost nach West – und von rechts nach links zu gehen scheint, abzudichten, dann rückt ein Konsens hinsichtlich des weiteren friedlichen Zusammenlebens dieser ideologisch diametralen Gruppen in weite Ferne. Indessen gilt: solange die Antifa, bekennende Kommunisten und selbst Öko-Hysteriker, offen hofiert, dabei aber die AfD aufs Äußerste bekämpft und ausgegrenzt wird, ist jede Hoffnung einer weiteren Annäherung vermutlich vergebens.

Kontrafaktische Fragestellung
Aber es gibt auch Nutznießer dieser „gesamtdeutschen“ Debatte. Solange sich „Deutsch-links“ und „Deutsch-rechts“ gegenseitig an die Gurgel gehen, gewinnt dabei zweifellos eine Spezies: „Neudeutsch-muslimisch“.

Denn diese Herrschaften können derweil schalten und walten, wachsen und gedeihen, Forderungen stellen und Moscheen bauen, wie es ihnen beliebt. Bis sie es eines Tages sind, die die Richtlinien der Gesellschaft kodifizieren. Und spätestens dann ist jede weitere Annäherung der verfeindeten Kollektive ohnehin obsolet – weil dies dann außerhalb der Möglichkeitsdimensionen liegt.
(pi-news.net)

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