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Ulknudeln, Märchenerzähler, Abschreibe-Kartelle und Ausgrenzer

Die Öffentlichkeit droht nachhaltig zerstört zu werden

www.conservo.wordpress.com)

Von Hans-Rolf Vetter *)

Dieser Tage schreitet die mutwillige Zerstörung einer von fairen
Diskursregeln bestimmten öffentlichen Debattenkultur zur Zukunft des Landes wieder besonders munter voran. Unter dem missbräuchlichen Vorwand, der angeblichen Zunahme einer rechtsradikalen, krypto-faschistischen Bewegung in Deutschland (und Europa) wirksam entgegen treten zu müssen, lässt sich ein immer hysterischeres Gegeifere verbunden mit einem unsäglich niveaulos inszenierten Empörungs- und Ausgrenzungsspektakel beobachten. Dieser Kommunikationsstil bedient sich dabei genau jener Ausgrenzungs- und Einschüchterungsszenarien, die alle totalitären Regime von Stalin über Hitler und Mao bis hin zur bedrückenden Aktualität Venezuelas oder der Türkei höchst erfolgreich praktizieren bzw. praktiziert haben.

Angeblich wollen gerade die angeblich „ur-demokratisch“ auftretende Medienlandschaft einschließlich der sich besonders dreist hervorhebenden öffentlich-rechtlichen Bezahlsender gerade solche Fehlentwicklungen in den modernen Massengesellschaften bekämpfen, das Ganze hat nur einen Haken: Dazu müsste man wenigstens halbwegs zu Selbstkritik, zu rationalem Denken und zur Empathie gegenüber Andersdenkenden fähig und bereit sein, kurz: etwas von einer freiheitlichen Diskursordnung verstehen, sie respektieren und aktiv praktizieren wollen. Hier aber ist komplette Fehlanzeige gegeben!

Versuche der Gleichschaltung wiederholen sich
Dafür wiederholen sich trotz intensiver Gegenbeteuerungen ihrer Betreiber*Innen die aggressiven Versuche der ökonomischen und geistigen Gleichschaltung nach 70 bzw. 28 Jahren relativer Abstinenz wieder von Neuem. Von diesem Bazillus sind inzwischen nicht nur große Teile der „Berlin-Brüsseler-Politik-Bürokratie“ und ihre öffentlich-rechtlichen Propaganda-Medien sowie die gesinnungsethisch inzwischen offen grün-rot gestrickte Presselandschaft befallen, sondern auch die „schwarz“ durchwirkte Gesinnungsschar der neuen Menschheitsretter nach dem Muster etwa der westdeutschen „Günther-Laschet-Front“. Der Grundtatbestand der Blockparteienbildung ist empirisch längst mehr als erfüllt – dazu braucht es keine Verschwörungstheorien oder entsprechende Verdächtigungen und Aufdeckungsversuche mehr.

Zweifellos haben sich die Techniken und Sprechblasen der ideologischen Meinungsklempner im Vergleich zu ihren Vorbildern in der Tat nicht nur technisch entscheidend verändert, sie sind auch erheblich verfeinert und „authentischer“ geworden. An die Stelle von Polizeistaat und militärischem Gleichschritt ist insofern die bei weitem wirksamere, da viel beständigere geistig-moralische Gleichschaltung getreten, wurde das Netz der informalen Indoktrination insbesondere über die Bildungsinstitutionen von der Krippe bis zur absolut verschulten Hochschullandschaft hinweg inzwischen noch einmal enger geknüpft, gibt es ein ganzes Heer an Freiwilligen, die sich „sozial engagieren“, an besoldeten Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen, öffentlichen Verwaltungsangestellten und grünen Beamtenbürgerinnen, die sich sehr wohl bewusst sind, wem sie ihre Existenz letztendlich zu verdanken haben. Die essentiellen Aussagen-Kerne der ideologischen Botschafterinnen – z.B. oppositionelle bzw. alternative Denkprozesse schon im Keim zu diskriminieren, Aufmerksamkeitsprozesse systematisch zu diffundieren, dumpfe Ängste vor nebulosen natürlichen wie hausgemachten Katastrophen zu schüren, ernsthafte(!) Fachlichkeit und Expertise weitgehend auszublenden, in nachgerade militanter Weise anti-intellektuelle soziale Klimata zu erzeugen, diskursive Offenheit zu heucheln oder sich pharisäerhaft selbst zu beweihräuchern (Typ des Selbstbestäubers) – ähneln auf fatale Weise nach wie vor genau jenen Regimen, gegen die sie sich voller „Entrüstung“ zu wenden scheinen.

Der Phänotyp des Unterdrückungspersonals ist wieder da
Es sind diese von Opportunismus, Machtgier, Sozialneid, Oberlehrerinnen-Attitüde und relativ niedrigem reflexiven Niveau geprägten Phänotypen des ideologischen Unterdrückungspersonals, die in allen modernen Massen-gesellschaften immer wieder hervorgebracht werden und deren wirkliche Eingrenzung und Kontrolle bisweilen dann eben, wie die Geschichte zeigt, gründlich misslingen kann. Ob sich dieses reale wie potentielle Unterdrückungspersonal moderner, außengeleiteter Massengesellschaften (Riesman) selbst „rechts“ oder „links“ einordnet, ist dabei vollkommen unerheblich. So waren, um ein extremes Beispiel zu wählen, sowohl das KZ- als auch das Gulag-Personal – männlich wie weiblich – nach Feierabend in ihrer Mehrheit einfach nette Kumpel so wie Du und ich; und waren während der Arbeitszeit nahezu identisch „motiviert“, die ihnen gestellten Aufgaben fachlich und leistungsethisch einfach so gut wie möglich zu bewerkstelligen. Wer Ingmar Bergmann`s Film „Das Schlangenei“ gesehen hat, der erahnt vielleicht, welche Potentiale da schon wieder heranwachsen oder noch auf ihre „Erweckung“ warten. Bisweilen sind sie in ihrer Mehrheit jedenfalls „links“ organisiert. Aber wie gesagt, eigentlich ist diese Ausrichtung in Bezug auf ihre reale Umsetzung und die damit verbundene Unterdrückung der Bevölkerung eher vernachlässingswert.

Hinzu kommt die für Diktaturen ganz allgemein weitreichende wirtschaftliche und wissenschaftliche Inkompetenz ihrer parteipolitischen Kernbasis, der spießige Horizont der ewig „Zu-kurz-Gekommenen“, die kaltschnäuzige Opportunität der nach persönlichem Erfolg und überdurchschnittlichem Sozialstatus strebenden Mitläufer*Innen und die an Sektenrituale oder Massenparteitage erinnernden „Verzückungen“ der naiven Menschenfreunde sowie auch derjenigen, die sich über eine Reihe komplexer psychischer Unterwerfungsverfahren schlussendlich mit den Aggressoren identifizieren.

#dabei sein
Empirisch messbare ernsthafte Fortschritte in Technologie, Sozialpolitik und Wirtschaft zum Wohle ausnahmslos aller Staatsbürger erzielen zu wollen, ist jedenfalls allemal nicht die Sache dieses politischen Phänotyps und seiner medialen Anhängerschaft. Und folglich können solche essentiellen demokratischen Anliegen auch nicht das Ziel seiner sich überwiegend im „Immer-weiter-so“ erschöpfenden erbärmlichen politischen Visionen im Merkelland des faktischen politischen Blocksystems sein. Individueller Wohlstand für alle?! – das ist für die Neo-Sozialisten und Stalinisten sowas von gestern. Denn unter den Vorzeichen einer permanent erzeugten hysterischen Endzeitstimmung geht es vor allem um die endgültige Gleichschaltung der Bevölkerung zu einem anonymen, durchgängig regulierbaren, fremdgesteuerten Kollektiv, egal ob das unter ökologischen Vorzeichen geschieht oder ob es sich um die neuen alten Enteignungsphantasien einer Polit-Kommissarinnen-Gesellschaft mit sozialpädagogischer Rundumversorgung und Total-Kontrolle bzgl. Gesinnung, Mobilität, Rente, Wohnraumversorgung oder Gesundheitsvorsorge (!) handelt.

Die Deutsche(!) TeleKom, schlau und vorauseilend sensibel und anpassungsfähig, wie sie nun mal als Dienstleisterin sein muss, wirbt schon mal im Vorgriff auf diese Zeiten: Da sind Du und ich, wir alle dabei bzw. nach dem Original: „Ihr seid, wo ihr #dabei seid!“ Besser kann man die neue rot-rot-grün-schwarze Identitätskonstruktion, die gegen alle Widerstände – aber wo ist hier überhaupt Widerstand vernehmbar? – durchgesetzt werden soll, nicht darstellen. Was kümmern uns gewachsene Identitäten und soziale Differenzierungen, aus denen die westlichen Gesellschaften bislang ihre Überlegenheit bezogen hat; was um Himmels Willen Geschichte, regionale Unterschiede, Staatsbürgerlichkeit? Wer möchte, ja, wer dürfte da außer ein paar naiven Heuchlerinnen wie etwa die geschätzte Ulknudel Ska Keller, zusammen mit Katharina Schule Co-Chefin vom „Polit-Bespaßungs-Management“ der Grüninnen , die in ihrer erbarmungs-würdiger Unkenntnis der in der Aufklärung entstandenen europäischen Identitätskonstruktion nassforsch vorgeben, ausgerechnet sie seien berufen, „europäische Werte“ zu verteidigen – im Übrigen eines der Top drei Srandards der deutschen Politphrasologie – da noch dem Regime Kim Jong-uns ernsthaft Vorhaltungen machen! Nordkorea mit seiner Totalkontrolle gesellschaftlichen Lebens dient doch in Wahrheit eher als Vorbild denn als abschreckendes Beispiel. Ach, wären da nur die schrecklichen Atomwaffen nicht!

Allerdings muss man in diesen Zeiten höchster öffentlicher Verwirrung fast schon dankbar dafür sein, dass wenigstens der Ober-Mutti und kaisergleichen Berliner Groß-Kanzlerin jegliche Visionen derart fremd sind, dass „wir #dabei“ ausnahmsweise mal von dort ähnlich Absurdes nicht auch noch aufgetischt bekommen. Wahrscheinlich lebten „wir“ i.S..von „Ihr seid, wo ihr #dabei seid“ ansonsten sicherlich schon längst in praktisch bereits hinreichend umgesetzter neo-stalinistischer Düsternis.

Findet also die Hoffnung auf „Erlösung“ von dieser verquasten Berlin-Brüsseler Entourage durchaus noch einen Nährboden? Das wohl trotzdem nicht. Denn einerseits reicht der bereits öde vor sich hin dümpelnde politische Alltag im Merkelland vollkommen aus, endgültig den Verstand zu verlieren, andererseits machen Mutti und ihr Blockparteiensystem mit dem Segen der Staatsmedien und der Mehrheit der unverbesserlichen Leid(!)-Medien und Hofschranzen immer weiter und immer weiter und immer…und steigen u.U. demnächst von der Hauptstadt des moralisch und politisch korrekt eingeschüchterten germanisierten Europas, Brüssel, vom Himmel herab. Aber vielleicht wird`s den Franzosen, Spaniern und Italienern denn doch ein bißchen zu viel ? – Wer weiß.

Unseriöser geht`s nicht mehr
Was an geistigem Schrott und absolutem politischen Situationsklamauk in den letzten Wochen sintflutartig über uns als Bürger dieses Landes hereingebrochen ist, das übersteigt aktuell jedoch jegliche seriöse Messbarkeit. Angefangen mit Andreas Zilk, dem „spiritus rector“ der Deutschenphobie und der Verhöhnung der politisch-kulturellen Mitte sowie dem Wortschöpfer des Begriffs der „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ über Ska Keller, Claudia Roth, KGE, Bischof Sommer bis hin zu Kevin Kühnert oder Katarina Barley fragt man sich, ob heimlich Drogen im Umlauf sind – ein klassischer Fall für das Aufkommen von Verschwörungstheorien – was bedeuten würde, dass die o.g. Prominenz quasi schuldlos zu Gefangenen ihren eigenen sinnlosen Wort- und Textbeiträge sowie ihrer obskur gedrechselten „Gedankenwelten“ geworden wären.

Als empirisch weitgehend verifizierbar darf inzwischen jedenfalls angenommen werden, dass die hier notorisch vor sich hinwirkende desaströse kognitive Niedrigschwelligkeit der politischen Klasse in Berlin und ihrer Medien-Lakaien, z.B. auch in Bielefeld und anderswo, paradoxer Weise zu einer der wichtigsten zielführenden Voraussetzungen für ihren politischen und medialen Erfolg geworden ist. (Ganz nebenbei könnte man so z.B. die breit anschwellende Kritik an AKK verstehen, die für dieses Land scheinbar viel zu intellektuell, selbstkritisch und witzig „rüber kommt“!)

Um einschätzen zu können, wie weit die öffentliche Kommunikationskultur bereits nachhaltig beschädigt worden ist, braucht man hier nur einmal auf die Plakate der Grüninnen und der SPD zur EU-Wahl schauen. Denn ganz offensichtlich werden hier nicht etwa mündige Erwachsene als Wähler angesprochen, sondern KiTa-Kinder und „Puber-Tiere“. An sich allerdings kein wirklicher Widerspruch, weil der sozialpädagogisch überwachte „Stuhlkreis- und Spielecken-Sozialismus“ des geistig voll „vermerkelten“ Landes als sozialpsychologisch repräsentative Tiefenstruktur im wahrsten Sinne des Wortes bereits ganz unten angekommen ist.

Maulhelden und Wortakrobaten an der Spitze der Polithierarchie
Dass Maulhelden, Märchenerzähler und Heuchlerinnen empirisch nachweisbar immer einflussreicher die Politikgestaltung und die öffentliche Problemwahrnehmung bestimmen, wirft ein überaus zweifelhaftes Licht auf das Funktionieren des deutschen Demokratiesystems. Hier handelt sich um einen besonders perversen Fall der Darwin`schen Evolutionstheorie: das „survival of the fittest“. Will heißen: In einem Land, in dem das vorherrschende, niedrigstrukturierte Kommunikations- und Reflexionsniveau immer mehr von Charakteren bestimmt wird, die sich noch in Ausbildung befinden, ihr Studium wegen Erreichens der eigenen Leistungsgrenzen abbrechen müssen, die Chancen des voll entwickelten juristischen Arbeitsmarktes zwischen UNO, EU, Klimawandel und Asylfragen wittern, oder sich zur Volkserziehung auf Bacheloretteniveau berufen fühlen, hängen Erfolg und Überlebensfähigkeit nicht etwa vom Fleiß, vom produktiven Beitrag zu Wertschöpfungsketten oder profundem Wissen ab, sondern eben davon, wer am meisten zur Bespaßung und/ oder zur richtigen Gesinnung und/oder zur Gehirnwäsche beiträgt und dabei das Maul am weitesten aufzureißen versteht. Hinzu kommt in den meisten Fällen, dass das alles über den Erfolg der Deutschen Volkswirtschaft am Weltmarkt finanziert werden muss. Aber so viel Budget- und Wirtschaftsdenken kann man von diesen Gruppen und ihren repräsentativen Charakteren natürlich nicht verlangen.

Es handelt sich indirekt also um ein klassisches Politkommissarinnen-Problem, wie es das gesamte vergangene Jahrhundert zeitweise wie Mehltau überwuchert und Menschen hundertmillionenfach in absolute Verderbnis geführt hat.

Aber was kann denn auch eine Politische Bildung bewirken, die nicht den Totalitarismus als solchen und sein Personal ernsthaft zu decodieren vermag, sondern die entsprechenden soziologischen, psychologischen und historischen Problematiken – zudem ohnehin höchst oberflächlich – i.S. eines vordergründigen „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ oder „Fuck Neo-Nazis“ lediglich für die Zeit zwischen 1933 und 1945 in Deutschland betrachtet. Wer z.B. die Moskauer Schauprozesse 1936-1938 gar nicht ernsthaft zur Kenntnis nimmt, indem die Inszenierung sozialpsychologischer Gewalt gegen „Oppositionelle“ (Kader) glasklar zum Ausdruck kommt, kann selbstverständlich keinen wirklich qualifizierten Beitrag zur generell verhängnisvollen Rolle jeglicher Ideologie erarbeiten, sondern muss es bei situativer Betroffenheitserzeugung belassen.

Dachau, Buchenwald, Ausschwitz, die „killing fields“ oder Srebenica schocken den Besucher sicherlich durch und durch und lassen ihn begreifen, wozu Menschen fähig sind, aber sie erklären eben nicht aus sich selbst heraus das Entstehen solcher totalitärer Verhältnisse. Hier bedarf es zusätzlich erheblicher historischer, sozialpsychologischer, soziologischer und pädagogisch sorgfältiger Arbeit, um eine reale Chance dafür zu bekommen, solche gewaltigen gesellschaftlichen Verwerfungen zukünftig vermeiden zu können. Aber eine Garantie ist selbst das nicht.

Übrigens: was das oben aufgeführte peinliche politische Personal anbelangt, so ist dies ob seiner furchterregenden Banalität selbstverständlich absolut austauschbar. Denn die Schar der übrigen Anwärter*innen verliert sich bereits bis weit hinter den Horizont. Es mag  zwar in wirtschaftlicher und innovativer Hinsicht in Deutschland erheblichen Fachkräftemangel geben, das gilt aber nicht für die Politiker*Innen dieses Landes. Diese „Klasse“ reproduziert sich zusammen mit den NGOs schneller und weitreichender als einem als Bürger lieb sein kann.

Die Einschläge an Absurdität werden immer dichter
Beliebig weitere Belege für die bereits x-mal vorgetragene Beobachtung, dass das Trommelfeuer des deutschen Politik- und Medienwahnsinns immer dichter wird, und dass sich System und einzelner Bürger immer weniger vor den Kollateralschäden schützen können, liefern einige „Schlagzeilen“ im Übergang vom April zum Mai.

Da macht sich eine „Studie“ um „Die Mitte“ in Deutschland Sorgen, besser gesagt um deren politische Gesinnung, beherrscht aber essentielle wissenschaftliche Definitionsstandards nicht. Zudem ein weiteres Beispiel für die Sozialwissenschaft-lichen Monteurs- und Klempnerwerkstätten, die überall aus dem Boden schießen. Macht aber nix, weil das Niveau der Staats- und Empörungsmedien erfolgreich angesprochen wird und die „Ergebnisse" und noch mehr: die getürkten Schlussfolgerungen prompt in die „ head news“ aufgenommen werden. Also schon wieder eine Nebelkerze erfolgreich gezündet, die Verwirrung stiftet, Aufmerksamkeit abzieht und Widerlegungsarbeit erfordert. So hält man den Gegner auch ohne viel Aufwand weiterhin in Schach. Denn wen interessieren schon definitorisch saubere Klassifikationen wie z.B. die zwischen Konservatismus, Rechtsradikalismus, Rassismus, Faschismus, Nationalsozialismus, Rechtsliberalismus, Rechtspopulismus, Linkspopulismus, totalitäre Regime usw. usf. Oder die zwischen Zuwanderung, Asylsuche, Wirtschafts- und Armutsflüchtlingen, die volkswirtschaftlich sinnvolle Einwanderung von qualifizierten Arbeitskräften oder die Einwanderung in die Sozialsysteme? Wen eigentlich die entsprechenden Finanzierungsfolgen? Das ist alles viel zu komplex, da tut frau sich doch mit moralisch überformten Aussagen wie „alles Rassisten“, die schon solche Fragen stellen, viel leichter und es hat den politischen Vorteil, dass die eigene Anhängerschaft und vor allem die Staatsmedien das von ihrem geistigen Niveau her auch besser „verstehen“ können …
Die Bewerbung der Deutschen Bahn im offensiven Multi-Kulti-Sinne wird als neue soziale „Normalität“ dieses Landes verkauft, noch besser: gegen die „Rassisten“ dieser Welt stereotyp verteidigt und sogleich selbstverständlich die unmittelbare Entfernung eines gewissen Herrn Palmer aus der Gesinnungsgemeinschaft der wahren Edlen gefordert. Dass diese Forderung bereits in sich, bezogen auf die thematische Konkretheit des Falles, die absolute Unlogik der Gesinnungsideologinnen nachweist! – was spielt das bitteschön für eine Rolle? „Wir sind mehr!“

Da wird mit Klamauk, Banalität und – selbstverständlich – ganz viel „Herzblut“ um die Stimmen der Bürger und Schwestern zur EU-Wahl am 26. Mai gerungen und die EU-Wahl fälschlicherweise mit der Europa-Wahl verwechselt. Ach komm, was soll´s!

Die EU-Sozialdemokratie bekommt in personam von Genosse Timmermans anlässlich der Parlamentswahlen in Spanien mal so ganz nebenbei in „heute“, also einem Nachrichtenportal, eine Sonderwerbesendung vom ZDF von weit über sechs(!) Minuten geschenkt. Worin hier der direkte Zusammenhang zu den dortigen Wahlergebnissen bestehen soll, bleibt dem Zuschauer überlassen. Vermutlich handelt es sich aber um eine gezielte Mobilmachung für die EU-Wahlen und vor allem zu Gunsten der SPD-Mitarbeiter-Basis im ZDF, zu der Frau Slomka sich offenbar selbst zugehörig fühlt. Gerade das subjektive Empfinden ist ja so wichtig, Leute. Und kommt so ehrlich und authentisch rüber.

Das geschätzte Publikum darf endlich Einblick nehmen in die partiell dunkle Welt der kurz vor der Seligsprechung stehenden Greta von Schweden. Ach deshalb will sie auch uns Angst machen und wir „zahlen“ ihre Therapie! Klar doch. Und Autismus kann selbstverständlich auch seine Vorzüg haben. Fragt ‚ihr dabei“ doch mal im Silicon Valley an, einem wahren Labor autistisch geformter Humanitätsphilosophien.

Dem nicht genug wird die Ausrufung der Sozialistischen Republik Deutschland seitens der zwei bedeutendsten „kühnersten“ und „haberbecksten“ Vordenker der sozio-ökonomischen „German-Fjutscha“ angekündigt. Denn die Notwendigkeit der Vergesellschaftung, äh „Vergemeinschaftung“ – das andere klingt ja so „retro“ und unappetitlich – der Schlüsselindustrien oder die längst überfällige Enteignungen von Wohnungs- und Hausbesitzern sollten nach nunmehr ca. 30 Jahren endlich mal wieder ohne entsprechende Diskriminierungsversuche von Rechten und Rassisten offen angesprochen werden. Zumindest aber sollte eine nach Alter, Geschlecht, Herkunft, subjektiv empfundener Ungerechtigkeit, Zuwanderungsbonus, religiös-weltanschaulicher Gesinnung und sozialem Wohlverhalten zusammengestellte Indexierung endlich in Angriff genommen werden dürfen.

Eine solche Kühnert-Haberbeck-Quote könnte doch für die die Wohn- und Lebensraum-Versorgung zuständig sein bzw. höchst erfolgreich das Quartiers-Management regulieren. Also z.B. Senioren zwangsenteignen, in Studentenbuden entsorgen oder in Heime abschieben – das schafft schon einiges an frei werdendem Wohnraum. Nach der ersten Zerstörungswelle individueller Mobilitätschancen wird das doch wohl auch noch gelingen.

Logistisch könnte frau sich z.B. über die in Archiven lagernden Akten der Deutschen Reichsbahn oder der Katasterämter ab 1933 kundig machen. Da gibt es eine Menge hilfreicher Tipps. Muss ja nun nicht alles neu erfunden werden.

Ach, und nicht zu vergessen den als dramatisch prognostizierten Mitgliederschwund bei den beiden Hauptkirchen bis 2060 (!). Das ist ja nicht mehr sehr lange hin. Wie viele Grüninnen und Schwarzröcke wird es da wohl in der Sozialistischen Republik Europa noch geben? Aber egal. Viel interessanter sind da ja die Reaktionen der aktuell herrschenden Kirchenverantwortlichen. Denn die leiden nicht etwa angesichts solcher „niederschmetternder“ Prognosen an mangelndem Selbstbewusstsein oder pastoraler Demut. Nein! Das muss „selbstverständlich“ mit einer neuen Welle der inneren Missionierung (siehe den immer heiter gelassenen Christenmenschen Bischof Bedford-Strohm oder den hochbesorgten, sich sichtbar grämenden Kardinal Marx) – zur Folge haben. Ach Du meine Güte! Als wenn da die Ulknudeln Ska Keller und Katarina Schulze nicht ohnehin schon genug täten! Aber innere Missionierung darf Kirche natürlich nicht allein den weltlichen Ideologien der „Blockparteien“ oder der Dauerpropaganda der damit beauftragten Gebührenmedien überlassen. Da müssen schon die Neo-Evangelikalen selber ran.

Und wer sich weigert, „bekehrt“ werden zu wollen, wird entweder nach Afrika strafversetzt oder nach dem juristischen Muster der GEZ in Erzwingungshaft genommen. Denn wir müssen auch da nicht nur dabei sein, sondern „Wir sind eins“– sein. Ehrensache!

Was kümmern Berlin und Brüssel schon Sachverstand – „Wir“ machen halt unser Ding einfach weiter
Vor kurzem gab es zwar noch eine ziemlich wichtige und inhaltlich überaus bemerkenswerte Pressekonferenz des französischen Staatspräsidenten im Elysée-Palast, aber der Inhalt des Gesagten übersteigt von seinem kognitiven Niveau her die deutsche
Diskurswirklichkeit leider derart weitreichend, dass sich die politisch-mediale „Elite“ des Merkel-Landes trotz ihrer überschwänglich großen Liebe zu Macron lieber wieder in ihr banales geistiges Inzuchtsystem schweigend zurück gezogen hat und die darin relativ scharf an Berlin adressierte Kritik sowie den darin aufscheinenden sozio-ökonomischen Sachverstand schon von seiner Komplexität her einfach hat ignorieren müssen.

Außerdem ist frau bei „uns“ ohnehin schon viel weiter. Was scheren uns schon Volkswirtschaft und ökonomisches Denken? Oder gar die „Unregierbarkeit“ mancher Areale in den deutschen und europäischen Großstädten. Der „Rassist“ Macron – wie übrigens der „Rassist“ Palmer – sprechen diesen gefährlichen „clash of cultures“ im „eigenen“ Land immerhin deutlich an, sind sich der Problematik sehr bewusst. Und „#wir dabei“? Wir müssen endlich 70 Jahre nach dem Grundgesetz für die – frau höre und staune – „Gleichberechtigung“ zusammenkommen, denn die haben wir in den Augen unserer aller Justizministerin noch nicht erreicht; und der professionelle Märchenerzähler Roland Habeck findet, dass wir – das grüne Groß-Germania vielleicht? – in(?), mit(?) Europa schon „verdammt gut“ angefangen haben. Aber eben auch noch nicht fertig geworden sind. Ob den Briten noch die Flucht gelingt?

Wie lange kann sich das wirtschafts- und sozialpolitische System der Bundesrepublik die Zerstörung notwendiger Diskurse noch leisten Wie lange kann sich ein komplexes Gesellschaftsystem wie die Bundesrepublik Deutschland diese Allianz aus Textklempnern, Ulknudeln, Pharisäern, Politkommissarinnen, Rosstäuschern, fachfremden Entscheiderinnen und ewigen Abschreiberlingen von 11ten ideologischen Textaufgüssen noch leisten? Weltwirtschaftlich wird die Luft immer rauer, die Armut nimmt zu, der Bildungsnotstand grassiert, Deutschland verzeichnet Jahr für Jahr einen verhängnisvollen „brain drain“ und die Zukunftsperspektiven verengen sich. Und Berlin? Das visionslose und denkfaule Personal aus der „Hauptstadt der öffentlichen Verschwendung und organisierten Unverantwortlichkeit“ überbietet sich mit immer wieder wie neu vorgetragenen abgedroschenen Sprechblasen des „hätte, könnte, müsste, sollte, würde“ oder himmelt sektengleich eine junge düstere Kindfrau an. Die Kanzlerin dieser Entourage wartet zudem ständig lediglich darauf, aktuell jeweils heraus zu finden, wann es sich im Sinne des eigenen Machterhalts lohnen müsste, auf irgendetwas opportun Scheinendes rechtzeitig auf zu springen. Wozu da vorschnell Erklärungen abgeben, auf die frau hinterher auch noch festgelegt werden kann. Anbieten würde sich z.Zt. die CO 2- Steuer. Oder doch besser der Artenschutz? Der deutsche Mittelstand ist zwar in seiner – übrigens nahezu einmaligen – Art zwar ebenfalls bedroht, kann aber nach vorherrschender Denke in Berlin als evolutionäre Fehlentwicklung ruhig aussterben. Ist dem ZK der vereinigten Blockparteien ohnehin ein Dorn im Auge. Daher kommt der Mittelstand auch nicht auf die „Rote Liste“ bedrohter Arten. So funktioniert Herrschaft, Leute!

Wie lange kann sich ein Land mit ausgiebiger öffentlicher Wohlfahrt und einem hohen privaten Wohlstand zudem den Komplettausverkauf an die Brüsseler Bürokratie – und damit den Eintritt in den wirtschaftlichen Abstieg und das finanzielle Desaster, Beispiele Schuldenunion und höhere Netto-Überweisungen an die EU – noch leisten? Und die tägliche Produktion von Phrasen wie diese, aufgelesen in der Stuttgarter Zeitung vom 11./12. Mai 2019? Da resümiert eine Elisabeth Kabatek von der Kulturredaktion im Stil erstverliebter Jungmädchenschwärmerei unter der Überschrift „Sie stehen vor der Wahl“ : „Gäbe es im EU-Wahlkampf eine Preis für den besten Slogan, ich würde ihn den Grünen verleihen: Europa. Die beste Idee, die Europa je hatte.“

Und wir? „Wir sind, wo wir dabei sind“ und lassen das alles deshalb mit uns geschehen. Wer will schon als „unanständig“ ausgegrenzt werden?

P.S.: Kennen Sie schon den neuesten medialen Wechselkurs? Zum Beispiel: Welchen Wert hat ein „Zilk“? Die Auflösung: Der „Zilk“ steht derzeit bei zwei „Relotius“ und etwa vier „Ska“. Tendenz steigend.
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Zum Verfasser: Prof. i. R. Dr. Hans-Rolf Vetter
Entpfl. Professor für „Wissenschaftliche Sozialpolitik & Organisation
Sozialer Dienstleistungen; Arbeitsgebiete: Sozialpolitik, Arbeitsmarkt & Erwerbsbiographie, Work-Life-Balance, Mediation
Lebt u. arbeitet z.Zt. in Leonberg

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