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"Alarmierende Zwischenbilanz"

Drei Jahre Bildungsgipfel

(lifepr) - Für Kleinkinder fehlen mehr als 200 000 Betreuungsplätze, die Schulabbrecherquote und die Chancenungleichheit im Bildungssystem bleiben hoch und das selbstgesteckte Ziel, mehr in Bildung zu investieren, liegt in weiter Ferne - die Zwischenbilanz des Bildungsforschers Klaus Klemm drei Jahre nach dem Bildungsgipfel von Dresden ist alarmierend. Überraschend ist sie jedoch nicht.
Auch der Didacta Verband fordert seither den politischen Willen, echte Veränderungen herbeiführen und bezahlen zu wollen. Denn die seit Jahren bekannten Probleme des deutschen Bildungssystems ließen sich lösen, wenn die Politik dazu endlich die richtigen Maßnahmen ergreifen würde.
Der Verband meint, den Bildungsinstitutionen fehlten vielfach die ökonomischen Voraussetzungen, um hohe Bildungsqualität zu sichern und eine für gelungene Integration erforderliche Differenzierung und Individualisierung der Bildungsprozesse vorzunehmen. Dabei trügen diejenigen Kinder die Konsequenzen, deren Familien nicht in der Lage seien, solche Defizite auszugleichen. Dies sei ein unhaltbarer Zustand. Deshalb fordert der Didacta Verband Bund, Länder und Kommunen auf,
- eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, wie Bildung in Deutschland nachhaltig finanziert werden kann,
- das Kooperationsverbot von Bund und Ländern aufzuheben, denn es lähmt die dringend nötige Zusammenarbeit in Fragen der Bildungsfinanzierung,
- den Bildungsförderalismus zu reformieren. Der Bildungsplan, die Ausbildung der Fach- und Lehrkräfte und die Finanzierung bedürfen einer zentralen Regulierung, zumindest einer Länder übergreifenden Verständigung. Die konkrete Umsetzung in den Bildungseinrichtungen muss dagegen regionale und individuelle Aspekte berücksichtigen. Vor allem mit Blick auf die gesetzliche Verankerung des Anspruchs auf einen Krippenplatz ab 2013 ist es unerlässlich, die Qualität der Angebote und die Professionalisierung der Fachkräfte zu sichern.
Investitionen in das Bildungssystem lohnten sich, wie zahlreiche Studien nachwiesen. So belege beispielsweise der jüngste Sozialbericht für Deutschland: Wer über gute Bildung verfüge, habe auf dem Arbeitsmarkt mehr Chancen, werde seltener arm, lebe gesünder und auch länger. Und wer die individuellen Chancen seiner Bürger fördere, erziele positive Effekte für sein Wirtschafts- und Sozialsystem.
Die Rettung der Banken möge systemrelevant sein. Die qualitative Verbesserung des deutschen Bildungssystems sei es ganz sicher. Deshalb müsse sie von der Politik auch mit der höchsten Priorität verfolgt werden.

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