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Volksabstimmung klar verloren
(gh). Nach den ersten Auszählungen ist klar, daß die Gegner von Stuttgart 21 die Volksabstimmungklar verloren haben. Sie haben nicht die Mehrheit erreicht, weshalb es auf das von vornherein als unerreicht angenommene Quorum gar nicht mehr ankommt. Wie ein Ministerpräsident wohl wieder besseres Wissen in die Kamera seinen Glauben an eine Mehrheit gegen S 21 verkünden kann, muß sein Geheimnis bleiben. Seinen naiven Glauben sollte er auf seine verehrte Katholische Kirche beschränken.
Für Verkehrsminister Herrmann muß die Volksabstimmung den Rücktritt bedeuten. Denn ein Landesminister, der gegen eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur des Landes ist, ist ein Witz und damit untragbar. Falls die S 21-Gegner demokratische Regeln anerkennen sollten, müssen sie jetzt Ruhe geben. Sie haben ihre Chance gehabt und klar verloren. Auch wenn es im Badischen entlang der Rheinschiene bei größtenteils niedriger Wahlbeteiligung ein paar Ja-Sager-Hochburgen gibt, so spricht dies vielleicht eher für fortschrittsfeindliche und  hinterwäldlerische Strömungen auf der emotionalen Schiene Baden gegen Schwaben, nicht zuletzt hervorgerufen durch demagogische Stimmungsmache. Aber für das Quorum reicht es auch dort im Einzelergebnis nicht. Wer glaubt, Baden gegen Stuttgart ausspielen zu können,  landet nicht auf einem Schienen-, sondern auf einem Holzweg.
Sowohl im Ortenaukreis  (56 Prozent Nein zu 44 Prozent Ja) als auch in Lahr haben die S21-Gegner klar verloren. In Lahr kam mit einer Wahlbeteiligung von 30,26 Prozent ein erneut blamables Ergebnis zustande.  Auf der Strecke blieben dabei Rot-Grün, die sich gegen den geplanten Bahnhofsbau ausgesprochen hatten, entgegen der Meinung des SPD-OB. Denn mit Nein gegen den Ausstieg stimmten 52,58 Prozent und mit Ja nur  47,42 Prozent. Also gab es in Lahr auf Gegnerseite viel Lärm um Nichts.

Volksabstimmung klar verloren
(gh). Nach den ersten Auszählungen ist klar, daß die Gegner von Stuttgart 21 die Volksabstimmungklar verloren haben. Sie haben nicht die Mehrheit erreicht, weshalb es auf das von vornherein als unerreicht angenommene Quorum gar nicht mehr ankommt. Wie ein Ministerpräsident wohl wieder besseres Wissen in die Kamera seinen Glauben an eine Mehrheit gegen S 21 verkünden kann, muß sein Geheimnis bleiben. Seinen naiven Glauben sollte er auf seine verehrte Katholische Kirche beschränken.
Für Verkehrsminister Herrmann muß die Volksabstimmung den Rücktritt bedeuten. Denn ein Landesminister, der gegen eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur des Landes ist, ist ein Witz und damit untragbar. Falls die S 21-Gegner demokratische Regeln anerkennen sollten, müssen sie jetzt Ruhe geben. Sie haben ihre Chance gehabt und klar verloren. Auch wenn es im Badischen entlang der Rheinschiene bei größtenteils niedriger Wahlbeteiligung ein paar Ja-Sager-Hochburgen gibt, so spricht dies vielleicht eher für fortschrittsfeindliche und  hinterwäldlerische Strömungen auf der emotionalen Schiene Baden gegen Schwaben, nicht zuletzt hervorgerufen durch demagogische Stimmungsmache. Aber für das Quorum reicht es auch dort im Einzelergebnis nicht. Wer glaubt, Baden gegen Stuttgart ausspielen zu können,  landet nicht auf einem Schienen-, sondern auf einem Holzweg.
Sowohl im Ortenaukreis  (56 Prozent Nein zu 44 Prozent Ja) als auch in Lahr haben die S21-Gegner klar verloren. In Lahr kam mit einer Wahlbeteiligung von 30,26 Prozent ein erneut blamables Ergebnis zustande.  Auf der Strecke blieben dabei Rot-Grün, die sich gegen den geplanten Bahnhofsbau ausgesprochen hatten, entgegen der Meinung des SPD-OB. Denn mit Nein gegen den Ausstieg stimmten 52,58 Prozent und mit Ja nur  47,42 Prozent. Also gab es in Lahr auf Gegnerseite viel Lärm um Nichts.

SWR braucht das Geld wohl für dämliche Sendungen
(gh). Der mit viel Geld der Gebührenzahler gefütterte Schnarchsender SWR bietet zur Volksabstimmung weder Prognosen noch Hochrechnung. "Zu teuer", meldet der Volksversender, dem sonst nichts zu teuer ist, um mit dämlichen Programmen Hörer und Seher zu verblöden.

Gegen S 21 mit den Grünen zurück ins 19. Jahrhundert

(gh). Auf dem Stuttgarter Schloßplatz drehen schwäbische Eisenbahnen ihre Runden. Hier kann in die Zukunft geschaut werden, in die Zukunft des neuen Baden-Württembergs. Sieht so der Steinzeiteisenbahnverkehr nach grünem Muster aus?
Falls die Wähler draußen im Lande meinen, daß  sie ihre Gehälter aus der Steckdose bekommen und nicht in der heimischen Wirtschaft verdienen, müssen sie natürlich Nein zum Fortschritt sagen und Ja wählen. Wer nicht auf den Kopf gefallen ist, weiß, daß eine erfolgreiche Wirtschaft funktionierende Verkehrswege braucht. Und die dürfen dann nicht Stand 19. Jahrhundert  sein.

Gegen S 21 mit den Grünen zurück ins 19. Jahrhundert

(gh). Auf dem Stuttgarter Schloßplatz drehen schwäbische Eisenbahnen ihre Runden. Hier kann in die Zukunft geschaut werden, in die Zukunft des neuen Baden-Württembergs. Sieht so der Steinzeiteisenbahnverkehr nach grünem Muster aus?
Falls die Wähler draußen im Lande meinen, daß  sie ihre Gehälter aus der Steckdose bekommen und nicht in der heimischen Wirtschaft verdienen, müssen sie natürlich Nein zum Fortschritt sagen und Ja wählen. Wer nicht auf den Kopf gefallen ist, weiß, daß eine erfolgreiche Wirtschaft funktionierende Verkehrswege braucht. Und die dürfen dann nicht Stand 19. Jahrhundert  sein.

Die Kanaren: Was sie ausmacht und wer wo glücklich wird


(lifepr) - Die sieben Inseln der Kanaren werden häufig auch die "Inseln des ewigen Frühlings" genannt. Nicht zu Unrecht, denn im Durchschnitt scheint dort an 300 Tagen im Jahr die Sonne. Ein weiterer Vorteil: Alle Inseln zeichnen sich durch unterschiedliche Landschaftsformen und vielfältige touristische Angebote aus. Das Internetportal www.travel24.com stellt die bekanntesten fünf Inseln näher vor.
Lastminute Gran Canaria ( http://de.travel24.com/... ) heißt es für viele Badeurlauber und Partyfreunde. Schließlich lässt sich beides auf der Drittgrößten der Kanarischen Inseln herrlich verbinden. An der Playa del Inglés steht Feiern und Spaß haben schon seit Jahrzehnten auf dem Programm.
Auf Fuerteventura ticken die Uhren etwas anders. Die zweitgrößte, aber dünn besiedelte Insel versprüht durch die fast wüstenartige Landschaft einen großen Charme. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es zwar nicht - dafür jedoch unzählige Sportangebote wie Golf, Tennis, Surfen oder Tauchen.
Auch Lanzarote kann seinen vulkanischen Ursprung nicht verbergen. Die Landschaft ist aber gerade deshalb unverwechselbar. Das muss sich auch der César Manrique gedacht haben. Der einheimische Künstler hat die Insel mit unzähligen Sehenswürdigkeiten entscheidend geprägt.
Auf Teneriffa, der größten Insel,  findet jeder Urlauber etwas nach seinem Geschmack. Wasserratten genießen das Meer mit den endlosen Sandstränden, Aktivurlauber suchen die Begegnung mit Steilhängen und Küsten und Kulturliebhaber das dementsprechende Angebot in La Laguna oder Puerta de la Cruz.
Wer die Ruhe und Natürlichkeit liebt, dem sei dagegen La Palma empfohlen. Die weniger bekannte Insel ist dank der üppigen Vegetation und dem hügeligen Küstengebieten ein Eldorado für Wanderer und Naturliebhaber.
Weitere Informationen: http://magazin.travel24.com/...

Die Kanaren: Was sie ausmacht und wer wo glücklich wird


(lifepr) - Die sieben Inseln der Kanaren werden häufig auch die "Inseln des ewigen Frühlings" genannt. Nicht zu Unrecht, denn im Durchschnitt scheint dort an 300 Tagen im Jahr die Sonne. Ein weiterer Vorteil: Alle Inseln zeichnen sich durch unterschiedliche Landschaftsformen und vielfältige touristische Angebote aus. Das Internetportal www.travel24.com stellt die bekanntesten fünf Inseln näher vor.
Lastminute Gran Canaria ( http://de.travel24.com/... ) heißt es für viele Badeurlauber und Partyfreunde. Schließlich lässt sich beides auf der Drittgrößten der Kanarischen Inseln herrlich verbinden. An der Playa del Inglés steht Feiern und Spaß haben schon seit Jahrzehnten auf dem Programm.
Auf Fuerteventura ticken die Uhren etwas anders. Die zweitgrößte, aber dünn besiedelte Insel versprüht durch die fast wüstenartige Landschaft einen großen Charme. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es zwar nicht - dafür jedoch unzählige Sportangebote wie Golf, Tennis, Surfen oder Tauchen.
Auch Lanzarote kann seinen vulkanischen Ursprung nicht verbergen. Die Landschaft ist aber gerade deshalb unverwechselbar. Das muss sich auch der César Manrique gedacht haben. Der einheimische Künstler hat die Insel mit unzähligen Sehenswürdigkeiten entscheidend geprägt.
Auf Teneriffa, der größten Insel,  findet jeder Urlauber etwas nach seinem Geschmack. Wasserratten genießen das Meer mit den endlosen Sandstränden, Aktivurlauber suchen die Begegnung mit Steilhängen und Küsten und Kulturliebhaber das dementsprechende Angebot in La Laguna oder Puerta de la Cruz.
Wer die Ruhe und Natürlichkeit liebt, dem sei dagegen La Palma empfohlen. Die weniger bekannte Insel ist dank der üppigen Vegetation und dem hügeligen Küstengebieten ein Eldorado für Wanderer und Naturliebhaber.
Weitere Informationen: http://magazin.travel24.com/...

Wo Barthel den Most holt
Daheim bei meinem Vater ging's eigentlich immer hoch her, denn wir wohnten auf einem viertausend Fuß hohen Berg – und den Witz hat der Knecht Barthel aufgebracht. Wenn aber ein fruchtbares Jahr mit gutem Kornbau, glücklicher Viehzucht oder einem erklecklichen Holzgeschäft gewesen war, so legten wir uns nach dem lastvollen Sommer einen ganz besonders fröhlichen Winter bei. Die einen taten tagsüber Korn dreschen, die anderen Vieh füttern, die Weibsleute Flachs und Ränke spinnen, und am Abend kamen wir zusammen in die Stube um den warmen Ofen und den großen Tisch und taten plaudern, singen, Geschichten erzählen, Most trinken und bisweilen auch ein wenig scherzen miteinand.
Unter Most, den wir tranken, ist gegorener Wein zu verstehen, der aber nicht aus den Fichten- und Lärchenzapfen gepreßt wurde, die auf unseren Bäumen hingen, sondern aus den köstlichen Borsdorfer, Weizer und Pöllauer Äpfeln, die draußen im weiten Lande wuchsen. Die Wirte drüben im Kirchdorf verkauften ihre Getränke nicht allein in Gläsern und Krügen, sondern auch in Fässern. Schickte dann in manchem Jahr mein Vater so etliche Tage vor Weihnachten den Knecht mit einem Paar Ochsen  und Schlitten aus, um Most zu kaufen. An solchen Tagen waren wir Kinder arg aufgeregt: »Heut' kommt der Most! Heut' kommt der Most!« Jedes richtete sich ein Geschirrlein her, um – wenn das Glück im Fasse heimkam – alsbald etwelches ins Glas, ins Töpfchen, ins Schüsselchen heraussprudeln zu lassen und zu verkosten. In meinem Leben werde ich nichts Schöneres mehr sehen, als jenes grünglasierte Trinkkrügel war, das ich unter die Pipe halten durfte; klare Tröpflein schwitzte es, und der eiskalte Most prickelte so unvergleichlich in die Nase, wie gar nichts sonst so sein prickelt auf dieser Welt.
Es war bisweilen gewesen, daß die Geister gestockt hatten des Abends in der Stube. Der Jungknecht wollte nicht Zither spielen, es sei eine Saite gesprungen. Der Altknecht wollte nicht Geschichten erzählen, er sei schläfrig; der Weidknecht Barthel gab keine Rätselfragen zum Besten; er sagte, er müsse Hosen flicken, und dabei fiele einem nichts Rechtes ein. Die Stallmagd wollte nicht singen, sie war brummig, und wenn ihr einer was Liebes ins Ohr »drischeln« wollte, so gab sie ihm einen Stoß mit dem Ellbogen, der wolter spitzig war. Wenn aber an solch langen Winterabenden in der Stube der Mostkrug kreiste, da ward es ehestens anders. Der Jungknecht griff in sein Saitenspiel; der Altknecht stopfte sein Rauchzeug und hub eine Mär an; der Barthel fragte, wo der Adam den ersten Löffel genommen, und die Stallmagd ließ das »schöne Schweizermadel, ihre Haar' sein voller Dradel« aus der Kehle wirbeln. Weil ich in solch ergiebigen Stunden nicht wußte, wohin mein Ohr zu wenden, so hub auch ich hell an zu jauchzen und zu jodeln. – All das zusammen waren eigentlich nicht wir, es war der Most, und man möchte es nicht glauben, wie schön so ein frischer Trunk Zither spielen und singen kann.
War es denn auch einmal vor Weihnachten, daß mein Vater zum Weidknecht Barthel sagte: »Bua Barthel, spann' die zwei salben Ochsen an den Schlitten und fahr' um Most. Zum Kirchenwirt fahrst. Da hast sieben Gulden auf einen Halben (halben Startin): was über bleibt, gehört dein. Aber daß er verjesen (ausgegoren) ist! Und bring' ihn gut heim.«
Der Knecht spannt ein, tut Ketten und Stricke auf den Schlitten, daß er das Faß tapfer festbinden kann, setzt sich darauf und sagt: »Vorwärts in Gottesnam', daß nix bricht und fallt nix z'samm!« Und fährt munter davon.
Wie er mit seinem Fuhrwerk hinter den Schachen kommt, wo die zwei Wege sich teilen – der eine geht über die Höhe hinaus ins Kirchdorf, der andere führt steil in das Engtal hinab zum Grabenwirt – da sagt der Barthel zu den Ochsen: »Was werden wir da gar zum Kirchenwirt hinaustrotteln, Most hat auch der Grabenwirt, und einen viel besseren.« Wirst die Sperrkette unter die Schlittenkufe und rutscht in das Tal hinab. Beim Grabenwirt fährt er in den Hof, spannt aus, tut die Ochsen in den Stall und geht in die Stube.
»Was schaffst, Barthel?« fragt die Kellnerin, die junge Ziehtochter des kinderlosen Grabenwirtes.
»Most,« sagt der Knecht.
»Eine Halbe?«
»Mehr!«
»Hast denn du heut' einen so großen Durst?« sagt die Kellnerin und stellt ihm eine Maß hin.
»Finerl,« sagt der Barthel – da hat er sie schon bei der Hand erwischt – »eine Maß ist viel zu wenig. Du kannst dir gar nicht denken, wieviel ich heute haben will...«
Jetzt treffen sich ihre Blicke, und nun weiß man schon, was es geschlagen hat. Übel ist sie nicht, die Finerl, wem ihr weizenstrohgelbes Haar und ihre Sommersprossen gefallen, die auch im Winter dableiben, weil es im Herzlein der lustigen Kellnerin immer Sommer ist. Daß ich alles sage: Wenige Wochen vor diesem Tage schien es, als wollte bei der Finerl plötzlich Winter kommen. Ein Zahn war ihr ausgefallen über Nacht; darüber grämte sie sich schier zu Tod', und die Gäste verwunderten sich baß, warum die sonst so schäkerlustige Kellnerin kein Wort mehr sprach. Aber sie getraute sich den Mund nicht mehr zu öffnen, obwohl man die Lücke gar nicht gesehen hätte. Da kam der Barthel vom Berg herab, der machte sie lachen, und als sie selbander den ausgefallenen Zahn bedauerten, fanden sie gleichzeitig, daß wieder frisch einer nachwuchs.
Heute ist der junge Sprößling schon so weit, daß die Finerl nach Herzenslust lachen darf, und das tut sie denn auch, und der Barthel hilft ihr. Ein gelachtes Duett ist noch weit schöner als ein gesungenes.
Am Ofentisch sitzt aber einer, dem dieses Duett gar nicht gefällt. Der Fuhrknecht Zengg ist es, eine aufgedunsene Rothaut in blauer Bluse, säuft wie ein Faß und ist verliebt wie ein Kaninchen. Er trägt Silbergeld bei sich, eine schwere silberne Uhrkette und hat den Aberglauben, daß alle Dirndeln in ihn verliebt sein müßten. Etliche tun auch so und hören seine versilberten Liebesschwüre nicht ungern. Sein stärkstes Verlangen aber geht  nach Sommersprößlein und Weizenstroh; und jetzt macht sich dort der verdammte Bauernlümmel an dieses Gewächs.
»Eine Halbe Guldenwein!« knurrt der Fuhrknecht Zengg und stößt sein Glas auf den Tisch. Er ist keiner, der Apfelmost trinkt, er mag nur Guldenwein!
»Katherl!« ruft die Kellnerin in die Küche hinaus, »sei so gut, bring' dem Zengg eine Halbe Guldenwein!«
Kommt der alte keifende Hausdrache, die Schwester der Grabenwirtin, und bringt das Verlangte. Und die Finerl hockt beim »Bauernlümmel« wie angenagelt.
Endlich tritt der Wirt in die Stube, da wird das Mostgeschäft abgetan.
»Sechseinhalb Gulden, weil du's bist,« sagt der Grabenwirt, »aber das Faß kommt zurück.«
»Es gilt.«
»Alsdann laß ich auspacken. Trink', was du magst, es geht ein.
Jetzt kommt auch zum Barthel Guldenwein, die Finerl bringt ihn; auch Kletzenbrot zum Dazubeißen, oder eine Zigarre, was er halt lieber hat, sagt sie und setzt sich wieder an seine Seite. – Gott, wie schön ist die Welt!
Nach einer Weile fällt dem Barthel ein, er müsse nachsehen gehen, was die Ochsen machen im Stall. Sie sollen Heu kriegen, und er könne seinen Wein auch draußen austrinken, er sei nicht dafür: Alles auf einmal in die Gurgel. Er wolle länger was haben.
Geht also hinaus, und die Finerl trägt ihm den Wein nach.
Denkt sich der Fuhrknecht Zengg: Schau, schau, die sind gescheit! – Er sieht durch das Fenster Schneeschaufler, [125] die den Schnee aus dem Weg in den Bach werfen – da trägt ihn das Wasser davon.
Weil es in der Wirtsstube jetzt öde geworden ist, so steht auch der Zengg auf und geht hinaus. Er schlenkert über den Hof, hört das Wiehern der eingestellten Rösser, hört das Rieseln des Baches, hört das Grunzen der Schweinchen aus dem Pfränger. An der Wand hängt ein Pferdegeschirr mit Riemzeug; davor steht er still und schaut es an. Dann schlüsselt er weiter. Auf dem Schlitten ruht das große Mostfaß; er steht davor still und betrachtet, wie es mit Stricken kreuz und quer festgebunden ist. – Immer gefessel ist so ein Trunk, nur wenn er in die Leute kommt, wird er ungebunden. – Der Zengg denkt aber an etwas anderes. Jetzt lugt er einmal in die Runde; 's ist niemand in der Nähe. Der Holzstoß verdeckt den Blick vom Hause her. Der Fuhrknecht zieht ein funkelndes Messerlein aus der Tasche. »Barthel,« murmelt er für sich, »heut' geht's dir allzugut, möcht' mich wundern, wenn du ohne Malheur heimkämst mit deinem Most! Möcht' mich arg wundern!« Und schnitzt so ein wenig an den Stricken herum.
Dann schleift er langsam seitab.
Nicht lange hernach wird im Stall irgendwo gesagt: »Sapperment, jetzt ist's Zeit, daß ich einspann'!«
Bald ist's auch geschehen.
»Ja, behüt' Gott, Barthel, komm' glücklich heim!« ruft die Finerl.
»Und das Faß kommt zurück,« schreit der Wirt dem Schlittwerk nach.
Der Barthel geht voran und führt die Ochsen an den Hörnern. Er ist heute ein glückseliger Mensch. Daß der [126] Weg stark bergan steigt, macht nichts, ziehen müssen doch die Ochsen. Wenn er Kalendermacher wäre, der heutige Tag müßte rot werden. Und daheim wird's auch wieder hoch hergehen, wenn er mit dem Most kommt. Daß die Finerl lieb ist, das hat er wohl gewußt, aber daß sie so lieb, so lieb sein kunnt, das hätte er sich nimmer gedacht. Verflucht stark bergan geht's; wenn der gute Schlittweg nicht wär', möchte so ein Paar Ochsen diesen wanstigen Mostplutzer nicht vom Fleck kriegen. Daß sich die Weibsleute schämen, ist ganz natürlich. Aber der Kirchenwirt hat keinen solchen Most. Wer sich die anheiraten kunnt, das wär' doch ein Gusto! Wenn er schmeckt daheim, nachher sag' ich's, wo ich ihn geholt hab'. Zu der geh' ich öfter, das weiß ich. Hi, Falber! Ja, das glaub' ich, daß wir schwitzen. Wenn man's bedenkt, wieviel Räusch' wir da hinaufschleppen. Ich hab' heut' wohl auch ein bissel einen gehabt. Mein Lebtag hätt' ich's nicht geglaubt, daß der Mensch so keck werden kunnt. Sie hat mich aber auch ordentlich Red' anlassen. Jetzt noch ein Ruckerl, hup, wir werden bald oben sein! Anheiraten, das wär' schon ein Gusto! – – So hätten sich die lieblichen Gedanken des Barthel noch weiter geflochten, da sieht er, wie hinten am Faß plötzlich ein Strick losschlägt; ein zweiter beginnt sich mit Hast auseinander zu ringeln. Jesses, die Mostbutten rutscht! kann der Barthel noch denken und will zurückspringen und festhalten, da gleitet das Faß über den Schlitten hinab und schlägt über. Einen Augenblick ist's, als wolle es liegen bleiben im Schnee, noch träge wälzt es sich um, da besinnt es sich, unten sei es ihm lieber wie oben, und beginnt über das Schneefeld hinab seinen Lauf. Sachte, aber schwer, zuerst schiebt es sich über, munterer wird's; tanzend wird's, hüpfend wird's, große Gruben schlägt's in den Schnee und springt doch wieder heraus, immer kecker und wilder saust es drein, daß der Schneestaub stöbert nach allen Seiten, und wie es zum hohen Rain kommt, unter welchem sich das Grabenwirtshaus duckt, fliegt das alte, dicke Faß hoch in die Lüfte und in einem weiten Bogen der Tiefe zu...
Starr wie ein Schneemann hatte der Barthel dem fliehenden Faß nachgeschaut. Als es seinen Augen nun entschwunden war, tat er einen lauten Pfiff und sagte feierlich: »Jetzt ist der Most hin.« Die Ochsen merkten ihren Vorteil und wollten mit dem federleichten Schlitten bergan. »Das glaub' ich!« rief der Knecht und hieb ihnen den Peitschenstecken auf die Stirne.
Erst nach einigem Nachdenken war er so weit, als es die Ochsen ohne Nachdenken gewesen. »Was nützt's,« sagte er, »wenn wir da stehenbleiben, daß Faß kugelt nicht mehr herauf, und von meinem Jahrlohn ist ein Trumm hin. Das beste, keck heimfahren und die Wahrheit sagen.«
Mein Vater war kein schlimmer Mann. Als er hörte, was geschehen war, sagte er die Worte, die den Sprüchen der Weisheit einverleibt zu werden verdienen: »Macht nichts. Haben wir keinen Most, so trinken wir Wasser.«
»Ich weiß nicht, was das ist,« beteuerte an demselben Abende eine Magd unten beim Grabenwirt. »Heut' sind die Schweine toll!«
Und als der Wirt mit der Laterne ging, um nachzusehen, und die Tiere vor seinen Augen grunzend tanzten, sich munter auf der Streu wälzten, eines auf das andere sprang, mit verglasten Äuglein dann schelmisch dreinlugten, ihre Rüssel gen Himmel reckten und mit schiefgehaltenem Kopf lauerten, um hernach wieder toll dreinzufahren, und als der Wirt in der Luft hin und her roch und Mostgeruch witterte, rief er aus: »Der Teufel hol' mich, die Säue sind besoffen!«
Zu einer ähnlichen Erkenntnis kam an demselben Abende auch ein anderer. Der Fuhrknecht Zengg, als er gemerkt hatte, beim Grabenwirt setze es heute keine Unterhaltlichkeit, nicht einmal ein Kartenspiel mit dem Wirt, noch weniger ein Fingerhäkeln mit Burschen und Dirnen (er war ein leidenschaftlicher Fingerhäkler), führte er seine Pferde aus dem Stall zum Brunnen, und als sie nach ihrer Haferjause tüchtig gesoffen hatten, spannte er sie an seinen Roheisenwagen. Als sein Fuhrwerk auf dem ruhigen Geleise der Talstraße war, legte er sich der Länge nach auf die Roheisenstücke des Wagens, den Mantel darüber, den Hut aufs Gesicht gestülpt – so! zwar ein hartes Bett, aber ein andermal ist's wieder besser. – »Hia, Schimmel!«
Der Schimmel und der Fuchs ließen sich's aber heute nicht zweimal sagen, sie trabten flink, wieherten und warfen ihre Köpfe hin und her in der Absicht, einander zu beißen.
»Was haben sie denn heut', die Vieher!« schreit der Zengg und pfeift ihnen mit der Peitsche ein paar Merks über die Rücken. Schwups, richtet sich der Schimmel empor, stangengerade wie ein Korporal und steht trappelnd auf seinen Hinterfüßen, der Kamerad macht's nach – ein Peitschenhieb – die Pferde rasen davon. Kaum vermag der Zengg noch abzuspringen, und wie er später draußen auf dem Wiesenplan sein Fuhrwerk wiedersieht, ist der Wagen zertrümmert, und die Pferde stehen losgerissen am Bach, heben ihre Köpfe hoch und wiehern.
Darum, mein lieber Leser, schneide nie aus Bosheit die Stricke entzwei, mit welchen ein Mostfaß an den Schlitten gebunden ist, das Faß könnte den Berg hinabrollen, in der Wasserrinne zerplatzen und am Troge nicht allein deine sonst wohlgesitteten Schweine, sondern auch deine Pferde betrunken machen und so das Verderben deines Hauses werden.
Nun weiß ich wohl, du fragst nicht nach der Moral, sondern nach dem Verlauf des trauten Verhältnisses zwischen dem Barthel und der Finerl. Der Verlauf war gar kein übler. Als es in der Gegend des davongelaufenen Fasses und der davongelaufenen Rösser wegen laut geworden war, wo der Barthel den Most holt, brauchten die beiden auch weiter kein Geheimnis draus zu machen. Ein Jahr später übergab der Grabenwirt seiner Ziehtochter das Geschäft. Hüpfte der Barthel nicht viel anders wie früher das Faß den Berg herab und wurde Grabenwirt. Schier sein erstes war, daß er meinem Vater als Ersatz ein großes Faß Apfelmost auf den Berg schickte, aber mit Fleiß festgebunden im Wagen. Mein Vater ließ ihm sagen: »Junger Grabenwirt, das hätte ich nicht verlangt. Du wirst deinen Most schon selber brauchen.« – »Most genug, Nachbar!« ließ der Barthel zurücksagen. »Trinkt ihn auf unsere Gesundheit. Weil ich schon so tief herabgekommen bin, so laßt mich wenigstens einmal hoch leben!«
Hoch und lang! Wir haben es wacker getan. Ich habe zwar beim Anstoßen mein Tonhäferl in Scherben geschlagen, daß der ganze Most dem kleinen Halterdirndel über das Haupt geflossen ist. Das hat weiter nichts gemacht, als den Witz von der Kindstaufe, und der Barthel lebt heute noch. – Wenn du einmal des Weges kommst, so rate ich dir, beim Grabenwirt einzukehren. Bei der Wirtin ist immer noch Sommer, und der Barthel soll dir selber erzählen – er kann's besser als ich –, wo er den Most geholt hat.
(Quelle: Peter Rosegger: Waldheimat. Band 4: Der Student auf Ferien, Gesammelte Werke von Peter Rosegger, Band 20, Leipzig 1914, S. 119-130.
Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005550386)