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Ein großer Schlag ins Lahrer Kontor

Brücke für über 3 Millionen - Konkurrenz zu Kehl?

(gh). Jetzt fehlt noch der Rhein oder wenigstens eine neue Schutter oder eine Kinzigverlegung, dann hat die vorgegeben netto 3 Millionen Euro teure Brücke auch etwas, was sich zu überqueren lohnt. Wie sie aussiehen soll, hat eine Jury aus zehn Entwürfen herausgesucht, die noch bis Sonntag in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums ausgestellt sind. Wie zu erwarten, geht es nicht um ein Zweckbauwerk, sondern eher um ein Architekturdenkmal. Irgendwie soll wohl Kehl nachgeeifert werden. Seinerzeit wurde auch eine Fuß- und Radfahrerbrücke für die Landesgartenschau gebaut. Aus geplanten 9 Milionen wurden dabei über 20.

Die über 270 Meter lange Lahrer Brücke soll ebenfalls an einen Mast aufgehängt werden, unter ihr fließt kein Rhein wie in Kehl, sondern der Verkehr des Autobahnzubringers. 1. Preisträger ist die Berliner Arbeitsgemeinschaft Eisat GmbH (Ingenieure) und Henchio Reuter (Architekten).

Nach Sinn oder Unsinn sowohl der Landesgartenschau 2018 als auch dieser Brücke und eines geplanten Baggersee mit zwei Parks hat in Lahr bis heute noch niemand gefragt. Alles geht seinen üblichen abnickenden und abknickenden Gang. Ein großer Schlag ins Lahrer Kontor. Das Land spendet 5 Millionen vom Steuerzahler, die Landesgartenschaumacher werfen das Mehrfache dazu, einschließlich weiterer Millionen durch Subventionen. Angesichts der Lahrer Schulden und Wirtschaftsprobleme ein tollkühnes Unternehmen. Lahr braucht die Landesgartenschau nicht. Was Lahr bräuchte, wäre mal eine Stadthalle, wie sie inzwischen fast jedes Dorf vorzuweisen hat. Und vor allem Arbeitsplätze braucht Lahr.  Aber Wirtschaftsförderung scheint nur in der Öffnung und Schließung immer neuer Kneipen und Casinos zu bestehen und den ständigen Rufen nach Fördergeld, für was auch immer, einschließlich für die bis heute gescheiterten Förderung für Integration von Migranten.

So sehen die siegreichen Planer ihr Werk:
"Die neue Brücke 'pin' in Lahr, welche den Bürgerpark Mauerfeld und den Landschaftspark Stegmatten miteinander verbindet, steht als Zeichen für die Landesgartenschau und akzentuiert die besondere Situation an der Schnittstelle der beiden Parks mit den Bundesstraßen. Der Pylon als elegante Landmarke mit dem abgehängten Brückenkörper dient zum einen als gut sichtbares und angemessenes Verbindungselement 'pin' für die Parkbesucher und zum anderen markiert er den Kreuzungsbereich der Bundesstraßen sowie die Stadteinfahrt nach Lahr.
Das neue Brückenbauwerk mit Pylon, der Seilschar sowie dem Brückenkörper in Sichelform nimmt vielfältige Bezüge zu der stark heterogenen Umgebung auf und fügt sich angenehm und ordnend in diese ein. So liegen z.B. die äußeren Hängeseile parallel zu den Bundesstraßen B36/B41S und B3. Die Sichel des Brückenkörpers sowie die Dynamik des schrägen Pylon harmonieren mit der Topographie der Auffehrts- und Brückenrampen. Unter der Seilschar der neuen Brücke bzw. über der Straßenkreuzung entfaltet sich ein spannender Raum, welchen Fußgänger und Radfahrer auf der Brücke sowie die Autofahrer unter der Brücke erleben.
Die symmetrische und geometrisch klare Grundkonzeption verleiht dem Bauwerk eine angenehme Präsenz. Die gewünschten und im Folgenden angeführten Parameter werden komplett erfüllt:
- Das der westliche Auftakt der Brücke an der Ecke Seepromenade/Seeterrasse liegt.
- Das der Nord-Süd verlaufende Fahrradweg am westlichen Brückenkopf in seiner Richtung aufgenommen wird.
- Das die Ampelanlage auf der B36/B415 beibehalten bleiben kann.
- Überquerung der B36/B415,
- Unterquerung der B3 (lichte Höhe über 4,00m),
- Freihaltung sämtlicher Grundleitungen wie Gas/Strom/Wasser/Abwasser.
- Freihaltung der Sicherheitstrasse der 110 KV Hochspannungsleitung.
- Anschluss der Breslauer Straße über einen separaten Treppenauf/-abgang.
- Einhaltung bzw. deutliche Unterschreitung der maximalen Rampenneigungen/-Iängen gemäß „ Empfehlung für Radverkehrsanlagen" (ERA 2010): 5% nördlicher Aufweg, 5,5% südlicher Aufweg
- Eine mögliche Nutzlast von 5 Tonnen für z.B. Reinigungsfahrzeuge.
- Eine schwingungsunempfindliche Konstruktion.
- Eine in der Herstellung, dem Betrieb und dem Unterhalt angemessene und wirtschaftliche Lösung.
Materialität
Der Brückenmittelteil ist als eine reine Stahlkonstruktion vorgesehen. Oberfläche Eisenglimmer silbergrau
Lauffläche als farbige abgesandete Epoxidharzbeschichtung orange Geschlossene Brüstung (Innenradius) innenseitig Epoxidharzbeschichtung orange Transparente Brüstung (Außenradius) als schräg liegendes Fiachstahlgeländer in Eisenglimmer
Handlauf als Edelstahlrundrohr mit integrierter LED-Beleuchtung
Die Randbereiche werden in Massivbau weise errichtet.
Oberfläche veredelter Sichtbeton
Lauffläche als farbige Epoxidharzbeschichtung orange
Geschlossene Brüstung (Innenradius) innenseitig Epoxidharzbeschichtung orange
Transparente Brüstung (Außenradius) als schräg liegendes Flachstahlgeländer in
Eisenglimmer
Handlauf als Edelstahlrundrohr mit integrierter LED-Beleuchtung
Der Pylon aus Stahl ist formal entsprechend den statischen und konstruktiven Anforderungen ausgebildet. Oberfläche weiss (gebrochenes weiss)
Licht
Der Weg über die Brücke erhält eine blendfreie Beleuchtung, welche in das Edelstahlrundrohr des Handlaufs integriert ist. Durch das transparente Geländer zur B36/B415 (Außenradius) leuchtet der orange Boden sowie die geschlossene Innenbrüstung bei Nacht.
Der Pylon und die Seile werden über verschiedene Bodenstrahler von unten angestrahlt
Sämtliche Leuchtmittel sind leicht revisionierbar sowie verbrauchsoptimiert (LED)."


gh-Fotos der Entwürfe des 1. Preisträgers und der Planausstellung in der Aula des MPG.

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