Springe zum Inhalt

Ein Lahrer Maskenball

Narrenaufgalopp mit  Rainer Domfeld

Werbung für das Domfeld-Buch auf der website vom Wagner Verlag ("Wir haben Bücher von Menschen für Menschen" ). Der Clou ist  die  Briefmarke. Ein echtes Domfeldstück!

(gh). Ein neuer Höhepunkt in Rainer Domfelds Selbstdarstellungen ist zweifellos ein Buch. Auch wenn es am 11. Januar um 18.30 Uhr in der Volksbank Lahr vorgestellt wird, ist es nicht ein Sparbuch, sondern eher das Gegenteil. Erschienen im Wagner Verlag in Gelnhausen, gehört es offenbar in die Reihe der Bücher, deren Autoren das Geld zur Veröffentlichung selbst mitbringen müssen. Da er auch in der Volksbank Offenburg auftritt und in der Bühler Volksbank schon war, haben möglicherweise die Vobas in ihrem unendlichen Streben nach Kultur Geld in dieses närrische Pojekt des Präsidenten des Ortenauer Narrenbundes gesteckt. Sonst ist nicht zu erklären, warum Volksbanken unter die Buchspekulanten gehen und für etwas werben, das der Autor in einem Verlag veröffentlicht hat, wo Autoren normalerweise wohl  für ihre Veröffentlichungen bezahlen müssen. Warum dann auch noch ein OB mitspielt?  Das gibt's halt nur in Lahr, auch in einer Zeit, da schon jeder Dalaffe "sein"  Buch schreibt. Die hohe Zeit der  "Kunstausstellungen"  in Banken nach Besuch eines Aquarellkurses in der Volkshochschule ist längst vorbei.
Da das Ding "Die Seriosität der Maskerade" heißt und als "Fachbuch" beworben wird, scheint für den 11.1. eine Art Lahrer Maskenball geplant zu sein um ein läppisches Werk, das nichts Neues bringt. Immerhin treten in der Antifasnachtshochburg Lahr zur Buchvorstellung der Voba-Chef Krumm, der Lahrer OB Müller neben einem Vorstandskumpel des Präsidenten auf, der sein Brot bei Radio OHR verdient, und natürlich der Abfasser. Wenn es in Lahr auch sonst an Arbeit mangelt, Fasnacht muß mangels Tradition jedes Jahr neu erarbeitet werden. Als Präsident eines Verbandes, der sich wohl in erster Linie durch ein Sammelsurium von zum Teil aberwitzlosen Kraut- und Rübenzünften am Rande schwäbisch-alemannischen Brauchtums bewegt, reiht sich Domfeld nun ein in die Schlange derer, die es neben seriösen Volkskundlern wagen, sich selbst zum Besten zu geben, falls es noch an Gebrauchsanleitungen für jährliche Fernsehumzüge und andere Kindereien unter hohen Sicherheitsanforderungen und Promillegraden fehlen sollte.
Wie man sieht, fand sich deshalb wohl auch kein Verlag in der Region, der das Risiko auf sich genommen hätte, dieses Werk des Polizeibeamten aus Berghaupten auf den Buchmarkt zu bringen. Ein echtes Schelmenstück, und das paßt irgendwie zu Rainer Domfeld, ist der Hinweis mit Gratulation in der Verlagswerbung, daß die Deutsche Bundespost sogar schon eine Briefmarke für dieses Buch herausgegeben habe. Darauf einen dreifachen Tusch!
Wissen die im Verlag wirklich nicht, daß jeder inzwischen seine eigene Briefmarke bei der Post gegen entsprechende Zahlung herstellen lassen kann? Domfeld ist mal wieder geglückt, woran mancher Narr verzweifelt: Er braucht keine Maskerade. Der ist echt. Übrigens, falls es sich noch nicht herumgesprochen haben sollte: Es muß nicht immer Buch sein, aus Papier läßt sich auch prima Konfetti machen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.