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Eine Jugend in Lahr

Wie die alten Jungen sungen, so auch die neuen Jungen

Es war Lahrer Jugend, die gegen die Juden gehetzt wurde!  Hierzu gab es schulfrei. 

(gh) - Kinderkreuzzügler und  Flötenspieler aus Hameln freuen sich immer, wie brav Kinder und Jugendliche auf Indoktrinierung reagieren. Da landen dann selbst nicht linientreue Eltern unter dem Fallbeil des großen Diktator oder der großen Diktatorin.  Ob Schüler in Lahr gegen den Weltuntergang demonstrieren, für Klimaschutz oder den OB, ist scheißegal.  Die Partei ist alles. Ihr Name tut nichts zur Sache.   Ist's auch Unrecht, dem System ist alles recht.

Wie die alten Jungen sungen, so zwitschern auch die neuen Jungen. In Lahr. Hauptsache pariert!  Von Linksradikalen verführt gegen den Rechtsstaat und für Dummheit? Schulschwänzerei funktioniert.  Das war schon immer so. Weniger Bastelstunde im neuen Lahrer Museum und ein bisschen mehr Geschichte für Politiker, Lehrer und Schüler, und sie wüssten dies aus einer Zeit, da auch Links Lahr regierte, denn das mit dem "Kampf gegen Rechts" ist nur für Grenzenlosigkeit in Oberstübchen. Hier ein Auszug aus "Geschichte der Stadt Lahr, Band 3":

Pogrom und Diebstahl des jüdischen Eigentums
Dem erklärten Ziel, die deutschen Juden zur Auswanderung zu zwingen, diente auch die Zerstörung und Enteignung jüdischen Eigentums. Ein entscheidender Schritt auf diesem Weg waren die Vorgänge um die sogenannte Reichskristallnacht am 10./11. November 1938. Auslöser des Novemberpogroms war das Attentat des 17jährigen polnischen Juden Herschel Grynszpan am Mitarbeiter der deutschen Botschaft von Rath in Paris am 7. November 1938. Die Nationalsozialisten hatten auf ein derartiges Ereignis gewartet und nutzten diese Gelegenheit, die Ausschaltung der Juden aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben zu beschleunigen. Bereits einen Tag nach dem Mord gab Goebbels im „Völkischen Beobachter" den Auftakt für die Verfolgungswelle. Sein Aufruf wurde von den Parteistellen in präzise Handlungsanweisungen umgesetzt: Sämtliche jüdischen Geschäfte sind sofort von SA-Männern in Uniform zu zerstören. Die Verwaltungsführer der SA stellen sämtliche Wertgegenstände einschließlich Geld sicher. Die Presse ist heranzuziehen. Jüdische Synagogen sind sofort in Brand zu stecken, jüdische Symbole sind sicherzustellen. Die Polizei darf nicht eingreifen.

Der Aufruf fand in Lahr die richtige Adresse, wie ein nach dem Krieg erstelltes Protokoll des Amtsgerichtes Offenburg belegt: Kreisleiter Burk von Lahr wurde nach seinen Angaben am 10.11. 1938 morgens um etwa 3.30 Uhr von der Gaugeschäftsstelle Karlsruhe angerufen und in Kenntnis gesetzt, daß im Zusammenhang mit der Ermordung des Botschaftsrates von Rath am 10.11. eine SS- und Polizeiaktion stattfindet. Die Partei habe sich daran nicht zu beteiligen. Gegen Kundgebungen der Polizei sei nichts einzuwenden. Gegen Kundgebungen aus der Bevölkerung sei nichts zu unternehmen. Burk informierte umgehend die in Lahr untergebrachte Gebietsführerschule der Hitlerjugend, deren Mitglieder die Rolle des Volkszorns zu übernehmen hatten. Die am Tag nach dem Pogrom erschienene Ausgabe der „Lahrer Zeitung" (11.11.1938) stellte die staatlich angeordnete Ausschreitung als spontane Kundgebung hin: [Es]... bemächtigten sich in der Stadt und Kreis Lahr hohe Wellen tiefster Erregung und innerer Empörung der gesamten Bevölkerung. Überall in Dorf und Stadt gärte es, und die Bevölkerung machte ihrer berechtigten Empörung begreiflicherweise Luft. Die „Lahrer Zeitung" folgte dabei der Sprachregelung des deutschen Presserats. Was tatsächlich geschah, schildert ein Brief der Jüdin Hanna Eiermann, den sie unter dem Eindruck des Pogroms am 17. November 1938 an ihre Eltern schrieb: Hier in Lahr hat die Gebietsführerschule gehaust wie das Vieh. Das Brüllen allein war nimmer menschlich zu nennen. Man hat die Leute, und zwar gerade solche, die als grundanständig und reell seit Jahrzehnten hier bekannt sind, aus den Betten gerissen, verprügelt, im Nachthemd durch die Stadt geschleift unter Gröhlen und Johlen. Man hat den Vorübergehenden Steine in die Händegedrückt und sie zum Werfen aufgefordert. Aber die „Volksempörung1' wollte und wollte sich nicht einstellen! Ich habe nur Empörung über das Geschehene bei allen anständigen Menschen gesehen! Die Direktoren der Schulen haben vom Kreisleiter Anweisung bekommen, frei zu geben, damit die Kinder besser mitmachen können! Zu ihrer Ehre: Bis auf den Handelsschuldirektor haben sich alle geweigert...Wohin wird diese Jugend geführt, wenn man sie Gotteshäuser - auch die Synagoge ist ein solches! -straflos in die Luft sprengen lassen darf? Der mittlerweile in der Schlosserstraße provisorisch untergebrachte Betsaal wurde nicht zerstört, seine Einrichtung hingegen beschädigt und die Kultgegenstände auf die Straße geworfen. Auch vor dem Begräbnisplatz der Lahrer Juden, dem Schmieheimer Verbandsfriedhof, machte der befohlene Volkszorn nicht halt. Der Mob raubte, nachdem er den Friedhof geschändet hatte, die Thorarollen der Schmieheimer Synagoge und hing sie zum Gespött der Schaulustigen im Wartesaal des Dinglinger Bahnhofes auf. Eine der Anweisungen zur Durchführung des Pogroms hatte die Festnahme der jüdischen Männer verlangt. „Der Führer" begründete diese Maßnahme am 12.11.1938 mit einem zynischen Argument: Als Beweis für die Duldsamkeit der nationalsozialistischen Regierung darf es angesehen werden, daß die Polizei und die SS, um alle Ausschreitungen gegen Juden unmöglich zu machen, in der Frühstunde des gestrigen Tages sämtliche erwachsene männliche Juden in den Amtsbezirken Kehl Lahr, Offen-bürg und Wolfach in Schutzhaft nahmen. Alle jüdischen Männer, deren man habhaft werden konnte, wurden zum Teil in Unterkleidern aus ihren Wohnungen gezerrt und in den Hof der Milchzentrale in der Kaiserstraße geschleppt. Lastwagen fuhren sie von dort unter dem Beifall von Zuschauem zum Dinglinger Bahnhof. Ein Sonderzug mit dem Ziel Dachau nahm die Festgenommenen auf. Wochen und Monate mußten sie im Konzentrationslager Dachau zubringen. An den Folgen der Haft starb der  fünfundsiebzigjährige Metzgermeister Karl Haberer (+3.12.1938), der bereits beim Abtransport in seiner Wohnung blutig geschlagen worden war. Als Todesursache vermerkte das Standesamt „Altersschwäche ".

Zum Zynismus der braunen Machthaber gehörte es, alle aus dem Novemberpogrom entstanden Versicherungsansprüche dem Staat zu übereignen. Anwohner, deren Gebäude infolge des Pogroms in Mitleidenschaft gezogen waren, erhielten keine Entschädigung. Die Stadtverwaltung Lahr hatte für entsprechende Schadensmeldungen einen Vordruck angefertigt: Ihrem Antrag auf Gewährung einer Entschädigung für die entstandenen Schäden anläßlich der Aktion gegen das Judentum vermag ich nicht zu entsprechen. Ich muß Ihnen anheimstellen, Ihren Antrag an das Finanzamt zu stellen, bzw. zu versuchen, die Schadensregulierung durch die den Schaden verursachenden jüdischen Geschäftsinhaber zu erlangen. Dies lag auf der Linie der Regierung, die den deutschen Juden am 12. November 1938 eine Sühnezahlung für den Mord an von Rath von einer Milliarde Reichsmark auferlegte. Jeder Jude mußte 20 bzw. 25% seines Vermögen dafür abgeben.

Das Pogrom und die Sühnezahlung leiteten den Abschluß der Enteignung der deutschen Juden ein.... (Soweit der Auszug aus der "Geschichte der Stadt Lahr).

Was nützen Gedenksteine und Phrasen, wenn aus der Geschichte linker Diktaturen nichts gelernt wird. Schon Konfuzius sagte, dass nicht über Berge, sondern über Maulwurfshaufen gestolpert wird.

Wer die Vergangenheit nicht kennt, wiederholt in der Gegenwart ihre Fehler!

 

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