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Gutdenker und Ungutdenker

Bürgerrechtler- und Dissidentenbewegung der DDR ist untergegangen

(www.conservo.wordpress.com)

Von Siegmar Faust *)

Wir müssen endlich dem Meinungskorridor adé sagen, hinter dem sich heute noch viele ehemalige DDR-Dissidenten, Bürgerrechtler, Stasiverfolgte seit 1990 verschanzen. Hinter dem Links-Rechts-Theater, das die Deutschen in Kandidaten für den Himmel und die Hölle – in Gute und Böse – trennen soll. Divide et Impera predigten die alten Römer.

Sagen wir es zuerst einmal ganz offen:
Die ostdeutsche Bürgerrechtler- und Dissidentenbewegung ist mit Mann, Frau, Kind und Kegel, Hund und Katze, Mäuserich und Maus untergegangen.

Sie hat an diesem Untergang selber kräftig mitgewirkt.

War die ostdeutsche Dissidenten- und Bürgerbewegung eine Bewegung der CDU?

Mitnichten! War es eine der SPD? (Die SPD war in der DDR verboten, und was sich dann unter „Führung“ von Ibrahim Böhme zusammenfand, war eine völlig neue „Klasse“ von Sozialdemokraten, die mit Kurt Schumacher, Friedrich Ebert, August Bebel, und den großen SPD-Politikern der BRD der „ersten Stunde“ wenig zu schaffen hatte.

War die ostdeutsche Dissidenten- und Bürgerrechtsbewegung eine Bewegung der Grünen?

Mitnichten! Die Grünen waren 1990 eine linksradikale Kaderpartei aus Extrem-Kommunisten – meist maoistischen Zuschnitts, aus der Vereinigung folgender Kommunistischer Parteien: Dem KBW (Kommunistischer Bund Westdeutschlands); der KPF/ML (Kommunistische Partei Marxisten / Leninisten); dem KB (Kommunistischer Bund) und der Gewaltanarchisten-Sekte Joschka Fischers, der „Sponti-Bewegung aus Frankfurt/ Main). Das war die Grüne Partei, der die ostdeutschen Ökopaxe von Bündnis 90 mit einer beispiellosen Naivität beitraten – und bald darauf, wie vorauszusehen, zermahlen wurden.

Aber die Spaltung der Deutschen – in Gutdenker und Ungutdenker, mit den zugehörigen Gesinnungskorridoren und den unendlichen Hahnenkämpfen – denen last not least in den letzten Jahren unter anderem auch Vera Lengsfeld, Siegmar Faust und jetzt Angelika Barbe zum Opfer fielen, gab es ja auch, mit ihnen Tönen und Farben, schon vor 1990 in der DDR, und auch, wiederum vor 1990, unter den „ausgebürgerten DDR´lern“ :

Die Spülung in „Lechts & Rinks“

Vor 1990 war alles gespalten in die Guten (Biermann-Kommunisten) und in die Bösen (Sozialdemokraten und Konservative, wobei ich zu den Sozialdemokraten gehörte und ein Biermann-Künstler-Verehrer, aber kein Biermann-Anhänger war.)

Diese beiden Fraktionen gingen sich nach Möglichkeit aus dem Wege – und gifteten sich auch an. Sowohl in der DDR – als auch „im Westen“.

Wie viele „dem Kommunismus abtrünnig Gewordenen“ Biermanns Schmähgesänge hinterherliefen, ist nicht einmal genau bekannt.

Als er jedoch selber (im Westen) dem „Kommunismus den Rücken kehrte“, dichtete er auf sich keinen Schmähgesang, und leider tat dies auch niemand aus einem Gefolge und aus den Kulturszenen der anderen westdeutschen Feldpostnummern.

Dagegen hat er sich mit Feuereifer der neuen Linkshysterie verschrieben, und wenn ihn nicht seine Altersgebrechlichkeit hinderte, würden wir ihn wohl heute unter den Schleppenträgern Angela Merkels sehen.

Aber kommen wir zurück zu CDU.

Die ostdeutsche Dissidenten- und Demokratiebewegung war keine Bewegung der CDU, weder der Ost-CDU des Herrn de Maizière, noch der West-CDU des Herrn Helmut Kohl.

Trotzdem fanden sich alsbald nach 1990 viele halb-, viertel- und vollprominente „Bürgerrechtler“ der EX-DDR in der CDU wieder, wo sie mit lukrativen Posten, Preisen, Stipendien und allerlei Ehrungen und Angebinden überhäuft wurden.

Von Erhard Neubert bis Angelika Barbe fand sich alsbald dort alles wieder.

Erhard Neubert durfte die „Geschichte der Opposition der DDR“ schreiben, ein dickleibiges Opus, von der historischen Qualität eines Guido Knoop.

Das „Bürgerbüro“ ist ja wohl auch ein Helmut Kohl-Produkt, und wer CDU-Mitglied ist, kann dort mit Posten und Einkommen rechnen. Die Rosa Luxemburg-orientierte Reformkommunistin Vera Lengsfeld fand sich dort bald ebenso wieder wie auch die SDP-Gründerin Angelika Barbe, ganz zu schweigen von den „frischgebackenen“ Neuen Karriere-CDU-Kadern der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Siegfried Reiprich und Hubertus Knabe.

Ich will hier keine unendliche Aufzählung folgen lassen.

Die gesamte CDU wendete sich auf einmal – auf Knopfdruck (von Übersee???) um 180 Grad mit der Inthronisierung der erfahrenen Stalinistin Angela Merkel aus jenen DDR-Kreisen, in denen sich die Stasi IM-Prominenzen die Klinke in die Hand gab.

Und die Profi-Kommunistin Merkel ging mit Feuereifer an die Dekonstruktion des geeinten Nachwendedeutschlands, als ob der Grüne Slogan „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“ Wahrheit wäre, und Europa so schnell wie möglich befreit werden müßte.

Mit der Übernahme ihrer Herrschaft lagen nicht nur alle Linksradikalen der BRD zu ihren Füßen (inklusive der Gewaltterroristen), sondern auch alle Groß-Medienkonzerne , die ARD und das ZDF. Die Großunternehmen. Die Banken. Die globalen Konzerne. ( Alles „links“)

Die Globalistenfraktion US-Amerikas mit ihren Medien („mächtigsten Frau der Welt“).

Die europäische „Sozialistische Internationale“ fühlte sich wohl an ihrem Hof.

Und mit der neuen „Linkswende“ der CDU kam der dazugehörige Gesinnungskorridor, in seltener Einmütigkeit – wie zu DDR-Blockflötenzeiten – von allen Bundestagsparteien unterstützt.

Und wie zu Honeckers Zeiten hieß es wieder: Mutti hat immer recht!

Und wer dagegen ist, ist

– hier folgte ein zu DDR Zeiten noch unbekanntes Neusprech für Majestätskritiker –

„Nazi“, Pack, Verschwörer, Rechtspopulist, Rechtsradikaler, Rechter, Rassist, Verfassungsfeind, Fremdenfeind, Klimaleugner, Coronaleugner…

und was der Neu-Wortschöpfungen noch mehr wären.

Diese Entwicklung ist so gar nicht mit jener CDU vereinbar, als welche sich diese im Jahre 1990 und davor präsentierte.

Was mich verwundert, ist, warum diese eigentlich eher erfahrenen Bürgerrechtler/Politikerinnen nicht bereits vorher gewußt haben,

daß die CDU von Angela an ähnlichen Fäden hing wie die SED der DDR ?

An den Fäden der Führungsfraktion im Weißen Haus in den USA!

Die nicht nur Joschka Fischer, sondern auch Angela Merkel ins Amt halfen.

Und bis auf eine kleine Handvoll aufrechte „Enttäuschte“ wärmen sich die meisten ins CDU Lager migrierte „Ex-DDR Bürgerrechtler“ an ihren vielen – von Marktabhängigkeiten unbelasteten – Futterkrippen die Füße und halten den Mund. (Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus zünd andere an.)

Aber – wie bestellt so geliefert!!!

Frau Merkel ist durch Wählermehrheit 12 Jahre an der Macht.

Wer sich einen Hitler wählt, wird eine Nationalsozialistische Diktatur bekommen.
Wer sich einen Honecker wählt, wird die Diktatur eines „Realen Sozialismus“ bekommen.
Wer sich eine Postkommunistin wie Angela Merkel wählt, wird eine postkommunistische Demokratur – mit dem dazugehörigen Gesinnungskorridor – bekommen.

Sie sollten einmal genau hinsehen, ob in der Schachtel, wo CDU drauf steht, auch wirklich CDU drin ist!
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*) Siegmar Faust ist freier Schriftsteller und ehemaliger politischer Häftling in der DDR. Von 1996 bis 1999 war er Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen im Freistaat Sachsen.

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