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Literaturschnipsel

Überall ist er nahe

Sag mir, bevor ich schlafen gehe: »Es kann sein, dass du nicht mehr aufwachst.« Sag mir, wenn ich wieder aufgestanden bin: »Es kann sein, das du nicht mehr zum Schlafen kommst.« Sag mir, wenn ich das Haus verlasse: »Es kann sein, dass  du nicht zurückkommst.« Sag mir, wenn ich wiederkehre: »Es kann sein, dass  du nicht mehr ausgehst.« Du bist im Irrtum, wenn du denkst, bloß bei einer Seereise sei das Leben nur durch eine dünne Wand vom Tod getrennt: An jedem Ort ist der Abstand gleich gering. Nicht überall zeigt sich der Tod so nahe, aber uberall ist er genauso nahe.
(Seneca)

 

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