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„Medien“ keine Erwähnung wert?

Brandanschlag auf JF-Druckerei
Die Täter wurden nie ermittelt
Vor 25 Jahren legten Linksextremisten in Weimar ein Feuer in der Druckerei der JUNGEN FREIHEIT. Es war einer der schwesten Anschläge auf die damals noch junge Wochenzeitung. Mit Gewalt wollten die Täter das Einstellen der JF erzwingen – ohne Erfolg...Fünfundzwanzig Jahre ist der Anschlag auf die Union-Druckerei nun her. Sie war ins Visier militanter Linksextremisten geraten, weil sie die seit Jahresbeginn wöchentlich erscheinende JUNGE FREIHEIT druckte. Bereits zwei Monate zuvor, am 4. Oktober 1994, waren zwei Maskierte gegen 22.30 Uhr in die Druckerei gestürmt, hatten die Mitarbeiter mit einer Pistole bedroht und zielsicher die zum Versand der JF bereitliegenden Adreßaufkleber der Abonnenten geraubt. Die Täter waren über die Druckabläufe bestens informiert und schienen gute Ortskenntnisse zu haben, anders wäre der Überfall für sie nicht so erfolgreich verlaufen.Gewerkschaft mit Täterwissen? Am Morgen nach der Tat fanden sich in Erfurt und Weimar Flugblätter, auf denen Stimmung gegen den Druck der JF – „eine der zynischsten Zeitungen der braunen Propaganda“ – in der Union-Druckerei gemacht wurde. Auch der thüringische Landesverband der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), deren Chef damals der heutige Ministerpräsident des Freistaats, Bodo Ramelow (Linkspartei), war, protestierte gegen die Herstellung der JF in Weimar – und erwähnte dabei den Überfall vom Abend zuvor. Zu einem Zeitpunkt, an dem weder die JF noch die Polizei den Raub öffentlich gemacht hatte. Besaß die Gewerkschaft Täterwissen? Bereits Ende Oktober 1994 hatte es in Potsdam eine gewalttätige Demonstration gegen die dortige Redaktion der JF gegeben, bei der mehrere Polizisten verletzt und zwei Dutzend Demonstranten festgenommen wurden. Aufgerufen zu den Protesten hatten neben linksextremistischen Antifa-Gruppen auch hochrangige HBV-Funktionäre.Weitere Anschläge in Berlin...Das Landeskriminalamt Thüringen bildete unterdessen eine Sonderkommission (Soko „Druck“) wegen des Brandanschlags. Kurz darauf zog die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen an sich – unter anderem wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Auch eine Belohnung von 25.000 D-Mark zur Ergreifung der Täter wurde ausgesetzt.Zum Anschlag auf die Union-Druckerei hatten sich die „Revolutionären Lesbenfrauengruppen und andere revolutionäre Gruppen“ am Tag nach dem Brand in einem Schreiben bekannt, das von Berlin aus an mehrere Medien verschickt wurde. Darin übernahmen sie auch die Verantwortung für zwei weitere Brandanschläge in der gleichen Nacht in Berlin. Dort hatte es die Fahrzeuge von Pressevertriebsfirmen getroffen, die für die Auslieferung der JF zuständig waren. Die Schäden beliefen sich auf 30.000 beziehungsweise 70.000 D-Mark...Unter der Überschrift „Brandsätze gegen geistige Brandstifter“ hieß es in dem von der taz abgedruckten Bekennerschreiben, es dürfe „kein Rederecht für“ und „keinen Dialog mit Faschisten und FaschistInnen“ geben. Mit den Brandsätzen habe man das Ende des „Machwerks“ JUNGE FREIHEIT beschleunigen wollen. Schließlich sei die Zeitung rassistisch, antisemitisch, frauenfeindlich, imperialistisch und revanchistisch. Die Auflistung der einzelnen Taten in dem Bekennerschreiben legte nahe, daß noch ein weiterer Anschlag geplant war, möglicherweise aber nicht mehr zur Ausführung kam..Anderthalb Jahre ermittelten Generalbundesanwaltschaft und Soko „Druck“. Dabei gingen die Beamten knapp 90 Spuren nach. ...Alles ohne Erfolg: Mitte Juli 1996 stellte der Generalbundesanwalt das Verfahren gegen Unbekannt wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, schweren Raubes, versuchter Nötigung sowie versuchter Brandstiftung ein....Der Überfall sowie der Brandanschlag sind mittlerweile verjährt, ebenso die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Zuletzt endete nach 20 Jahren im Oktober 2014 die Verjährungsfrist für den bewaffneten Raub der Adreßaufkleber.Kurze Zeit später erschien im Neuen Deutschland ein Interview mit zwei ehemaligen „autonomen Antifaschisten“. Darin kam einer der beiden auch auf den „koordinierten Anschlag gegen die JUNGE FREIHEIT“ von 1994 zu sprechen und befand, das sei eine „Superaktion gewesen“, die „reingehauen“ habe...Mit ihrer Meinung waren die beiden nicht alleine. Nur wenige Monate nach dem Brandanschlag wurde die damalige PDS-Politikerin Angela Marquardt in einem Interview gefragt, wie sie die Tat beurteile. Ihre Antwort fiel recht eindeutig aus: „Ich halte es für legitim, zu verhindern, daß die JUNGE FREIHEIT gedruckt werden kann.“ Mittlerweile ist Marquardt in der SPD aktiv. Dort wirbt sie für eine aktive Zusammenarbeit mit der linksradikalen Antifa – gegen Rechts...
(Junge Freihet. Wann wird das Volk, wann werden die Linksextremen in diesem Land kapieren, dass die Nazis linke Sozialisten waren mit allem Drum und Dran? Wie lange dürfen Geschichtsfälscher in diesem Land noch ihr Handwerk ausüben in unzähligen Werkstätten? Ignazio Silone: "Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: 'Ich bin der Faschismus'. Nein, er wird sagen: 'Ich bin der Antifaschismus'".)

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