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Wer bin ich? Was kann ich? Was kann ich nicht?

Lahrer "Zeitungen" vor der OB-Wahl: ahnungslos

Chicken for OB!

(gh) - Sie haben Angst wie der Tormann vor dem Elfmeter. Wer sich rührt, hat verloren. So scheuen Lahrer "Zeitungen" Bericht und Kommentar zu fünf Kandidaten der Lahrer OB-Wahl wie der Teufel das Weihwasser. Mehr oder weniger bedarfte Leser, meist weniger, dürfen ins Blaue hinein zeigen, dass sie keine Ahnung haben darüber, was ein OB ist. Damit bewegen sie sich auf Augenhöhe mit meinungslosen Redaktionen, die allenfalls linksgrüne Schlagseite zeigen.  Denn sie wollen in erster Linie sich selbst bzw.ihre Verlage ins Reklamespiel bringen. Der Rest ist egal, alle Fünfe wollen sie gerade sein lassen, dabei kann nur von drei Kandidaten einigermaßen ernsthaft die Rede sein. Die restlichen sollten Schweigen sein. Oder zeugt es von Respekt gegenüber den Bürgern, Plakate einer extremen Randpartei zu einer Oberbürgermeister-Wahl aufzuhängen, weil die noch übrig waren?

Die Fragerunde geht zuerst an die Kandidaten von den Kandiaten. Denn die "Presse" fällt ja aus, lässt lieber von einer unter Regie der Landesregierung stehenden Einrichtung für politische Beeinflussung den Lesern weismachen, sie hätten es mit einer spannenden Wahl zu tun. Wenn Redaktionen sowas glauben, sollten sie sich nach anderen Jobs umschauen, denn von Lokalredakteuren ist zu erwarten, dass sie kennen, worüber sie berichten, nämlich das Lokale.

Warum es geht, bevor einer beschließt, Politiker oder gar OB-Kandidat zu werden, das erklärt Frank Stauss in "Höllenritt Wahlkampf - Ein Insider-Bericht". Er hat in zwei Jahrzehnten über 20 Wahlkämpfe im In- und Ausland begleitet und gehört zu den erfolgreichsten Werbern Deutschlands. In Lahr müsste es ihm grausen.

Seine "Checkliste für Kandidaten" hat zehn Punkte, wobei der letzte Budgetfragen, Kommunikationstechnologien, Kommunikationsstrategien, Werbung, Veranstaltungsformate, Design und alles, was am Ende beim Wähler an Wahlkampf ankommt, betrifft. "Hat man 1 -9 nicht richtig beantwortet, können auch eine Milliarde Euro, Twitter und Facebook nicht mehr helfen. Dann hilft nur Unmschulung für einen anderen Beruf", sagt Frank Stauss.

Und hier sind nun die  zehn Fragen von Frank Stauss für die Kandidaten:
1. wer bin ich? Was kann ich? Was kann ich nicht?
2. Was will ich?
3. Was haben die Menschen davon?
4. Was denken die Menschen heute über das, was ich will?
5.Was denken die Menschen heute über das, was ich nicht will?
6. Wie sieht die Wählerkoalition aus, die ich zum Sieg benötige?
7. Was wollen meine Gegner?
8. Wo ist mein strategisches Fenster - wo bin ich stark und andere schwach?
9. Wie lautet die zentrale Botschaft, die glaubwürdig zu mir passt und für die Menschen attraktiv ist? (Ein Satz, nicht mehr als 2 Kommata.)
10. Wie bringe ich die Botschaft unters Volk?

Nun können, ja müssen, sich die Lahrer ein Bild ihrer fünf Kandidaten selbst machen.

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