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SCHWARZROTGOLD- Das Magazin der Bundesregierung

Von Gastautor Torsten Küllig

Eigentlich wollte ich mich zwischen den Feiertagen entspannen, keine Politik, kein Aktivismus nur für die Familie da sein, sonst nichts!

Aber als meine 82jährige Mutter mir heute eine Broschüre zeigte, die sie mit den Worten,: „Das ist ja wie früher bei uns in der DDR“ kommentierte, konnte ich nicht anders, und es musste aus mir heraus, noch in diesem Jahr!

Worum geht es? Es geht um ein Magazin namens SCHWARZROZGOLD. Herausgeber ist das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, die Redaktion hatte Dr. Johannes Dimroth, bislang Sprecher des Bundesministeriums des Innern und seit dem 16. April als Leiter der Abteilung Politische Information ins besagte Amt gewechselt. Ob sich der promivierte Jurist damit einen Gefallen getan hat, bleibt aber mehr als fraglich.

Das 19seitige Magazin der Bundesregierung erinnert in der Tat an DDR-Propaganda.

Auch im ersten Deutschen Arbeiter- und Bauernstaat hatten die Regierungsverantwortlichen eine Realitätswahrnehmung, die nicht ganz kongruent mit der Lebenswirklichkeit der normalen Bürger gewesen ist.

Auch im vorliegenden Heft - mit unseren Steuergeldern finanziert - soll dem Bürger eine Realität der Europäischen Union aufgezeichnet werden, wie es sich die Bundesregierung wohl gern wünschen würde.

Das Grußwort für SCHWARZROTGOLD stammt natürlich von der Kanzlerin, ausgerechnet von der Angela Merkel, die 2013 dem damaligen CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe ein Deutschland-Fähnchen aus der Hand riss, um es verächtlich in die Ecke zu werfen. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass es in dem Magazin- obwohl es nach den Farben unserer Nationalfahne benannt ist, gar nicht so richtig um Deutschland geht.

Es ist so eine Mischung aus FRÖSI (DDR FDJ-Zeitung) mit BRIGITTE-Anteil.

So gibt es sieben Kapitel, wie zum Beispiel: „Was-Wäre-Wenn es die EU nicht gäbe“ und „So viel Europa steckt in unserem Obst“. Wer mit dem Editorial der Kanzlerin noch nicht genug hatte, darf auf Seite 12- diese Zahl steht eigentlich für Vollkommenheit- den Bundesaußenminister als den Macher-Typ bewundern. Die Art und Weise, wie er dort die Fragen beantwortet, erinnert einem schon sehr stark an die schon bereits erwähnte FDJ-Zeitung. Ich ertappe mich häufig bei dem Gedanken, dass dieser Mann wohl auch gute Karrierechancen als Funktionär in der Freien Deutschen Jugend gehabt hätte.

Auch das Thema Migration darf natürlich nicht fehlen- nicht, dass etwa den Bürgern vielleicht der Migrationspakt erklärt und auf Risiken hingewiesen würde. So wie es bei Propaganda- und Agitationsmaterialien üblich ist, erfolgt die Erklärung immer schön durch die rosarote Regierungsbrille.

Von einer Broschüre, die vermutlich 100.000-fach verteilt und mit Steuergeldern bezahlt wurde, erwarte ich als Staatsbürger aber weitaus mehr.

Schön wäre gewesen, wenn die Bundesregierung erklärt hätte, wie es mit den Target2-Salden, die fast 1 Billion Euro erreicht haben, weitergehen wird, mit welchen Risiken die Sparer durch die sogenannte Eurorettung zukünftig rechnen müssen und vor allem, wann das Europäische Parlament endlich zu einem richtigen Parlament umgebaut werden könnte.

Kurzum, was die Bundesregierung aktiv einbringen möchte, damit die EU ihr strukturelles Demokratiedefizit beseitigen kann.

Für mein Dafürhalten ist dieses Defizit der Hauptgrund, weswegen ein Großteil der Bürger der Europäischen Union in ihrer jetzigen Form skeptisch gegenüberstehen, denn sie haben den Eindruck, die EU sei hauptsächlich eine Interessenvertretung der Finanzmärkte und der Großunternehmen.

Wie wäre es gewesen, das Thema Direkte Demokratie in der EU einmal in der Broschüre tiefgründig aufzuzeigen, anstatt oberflächlich von einem Bürgerdialog in Jena mit der Kanzlerin zu berichten?

Alles das, hätte ich mir gewünscht, von meiner Bundesregierung berichtet zu bekommen. Das Magazin, was ich aber vor mir habe, ist Ressourcenverschwendung und triggert allenfalls meine DDR-Vergangenheit.

Was sollten Sie mit diesem Magazin machen, wenn es in Ihrem Briefkasten liegt?

Am besten Zurück zum Absender:

Bundespresseamt

Dorotheenstraße 84, 10117 Berlin

In diesem Sinne einen guten Start ins neue Jahr!
(vera-lengsfeld.de)

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