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Zuschrift

Anmerkungen zur Berichterstattung der Kehler Zeitung über die Pax Europa-Kundgebung am 5.10.2019 in Kehl:

Von Ulla Steiner,  Lahr

Die Berichterstattung der Kehler Zeitung zur Kundgebung von Pax Europa am 5.10.2019 auf dem Kehler Bahnhofsvorplatz (siehe Artikel „Etwa 100 Menschen demonstrieren gegen Pegida-Aktivist in Kehl“ vom 06.10.2019 oder weiter unten in Kopie) hat den entsprechenden Bericht in der Badischen Zeitung in Bezug auf die journalistische Qualität noch getoppt.

Der ganze Bericht trieft nur so von persönlicher Abneigung (neu-deutsch: Hass) der Autorin gegen alles, was Kritik an dem ist, was Frau Merkel heilig ist. Selbstverständlich darf auch die Autorin ihre Meinung äußern – aber bitte in einer Kommentarspalte und nicht in einem Bericht. Hier hat sie als Journalistin dafür zu sorgen, dass der Leser schlicht über die Fakten informiert wird. Nicht mehr und nicht weniger. Für Berichterstattung in der Presse gilt immer noch das Augstein-Zitat: „SAGEN WAS IST“.

Alleine schon in der Überschrift beweist die Kehler Zeitung, dass es die „Lügenpresse“ tatsächlich gibt: Die Autorin hat die Überschrift so gewählt, damit der Leser gleich weiß, wie er die Aktion in Kehl einzuordnen hat, nämlich ganz rääächts und als Pegida-Veranstaltung. Weiter heißt es in der Überschrift: „Etwa 100 Menschen demonstrieren gegen …“, was nichts mehr und nichts weniger heißt, als dass in Kehl etwa 100 Menschen demonstriert hatten. Hatten sie aber nicht: Niemand hat demonstriert. Trotzdem schreibt die Autorin unbeirrt weiter: „… versammelte lediglich ein Häuflein um sich. Gegen ihn und seine Aktion demonstrierten dagegen etwa 100 Menschen“. Nichts, aber auch gar nichts stimmt an dieser Überschrift außer Ort und Datum – immerhin!

Im nächsten Absatz – oh Wunder – erfährt der verwirrte Leser dann doch, dass es zwar am Vortage in Lahr eine Gegendemonstration mit 100 Leuten gegeben habe, in Kehl jedoch nicht. Aha! Wie die Badi-sche Zeitung in Lahr, übertreibt die Kehler Zeitung nun ebenfalls bei der Zahl der Gegendemonstranten: Es waren gerade einmal 50. 100% daneben! Na, ja so genau kommt es ja nicht auf die Fakten an, so der Schluss aus dieser „Ungenauigkeit“. Journalistischer Grundsatz hin oder her, der Leser muss erst einmal beeindruckt werden. Weiter schreibt die Autorin von „zum Teil kreativ umgeändertem Liedgut aus den Reihen der Gegendemonstranten“ (in Kehl wohlgemerkt). Die Wertung „kreativ“ ist schon wieder die subjektive Meinung der Autorin (wir erinnern uns: Sie sollte ja eigentlich nur schreiben, WAS IST, und das in KEHL und nicht in Lahr). Sieht man genau hin, so waren die Liedtexte nicht nur kreativ, sondern zum Teil richtig geschmacklos, wie Klaus Lelek auf Jouwatch am 06.10.2019 so treffend ausführte:

Beim Lied ‚Sag mir wo die Blumen sind‘, mit ihrer Strophe „Sag mir wo die Mädchen sind, wo sind sie geblieben, Männer holten sie geschwind“ wurde es dann richtig geschmacklos. Ja liebe Lahrer, wo sind Mia, Susanna, Mireille, Nicola, Cyndia, Jolanta, Soopika, Lica, Susanne, Sandra und ihre kleine Tochter Mariam bloß abgeblieben?“

Aber auch diese Geschmacklosigkeit wird von der Autorin bedenkenlos übernommen, um links-grüne Sympathien beim Volk zu wecken.

Dann gibt es kein Halten mehr für die Autorin: Das, was sie nun über Michael Stürzenberger sagt, ist perfekt das, was die links-grünen Gutmenschen unter „Hass und Hetze“ verstehen. Sie schreibt über ihn, dass „der mehrfach wegen Beleidigung und Verhetzung angeklagte Islamfeind“ seine islamfeindlichen Thesen per Mikro verbreiten würde. Auch hier schafft es die Autorin zwei Falschbehauptungen in einem Satz unterzubringen:

1. Michael Stürzenberger ist kein Islam-FEIND, sondern KRITIKER des POLITISCHEN ISLAM. Um den Unterschied zu kennen, sollte man sich halt schon ein bisschen mit dem Thema befasst haben, vor allem, wenn man darüber in der Zeitung berichten will.

2. Islamfeindliche Thesen? Fakten und Thesen zu verwechseln, schafft die Autorin auch noch. Alles, was Michael Stürzenberger sagt, kann belegt werden und ist leider mehr als eine These.

Skurril findet die Autorin gar, dass Pax Europa eine Islamisierung Deutschlands und Europas für nicht erstrebenswert hält, und Michael Stürzenberger mit drastischen Worten beschreibt, was z.B. Homosexuelle in islamischen Ländern erwartet (nämlich die Todesstrafe). Und dass deutsche und vor allem jüdische Kinder unter Repressalien islamisch erzogener Kinder in der Schule zu leiden hätten, da in manchen Städten muslimische Kinder in Schulklassen bereits in der Überzahl seien. Auch das wird nicht einfach nur „behauptet“, sondern kann, wie alle anderen Aussagen von Michael Stürzenberger auch, belegt werden.

Als Michael Stürzenberger mit Muslimen über die Scharia diskutierte und sie fragte, ob sie denn auf den „Politischen Teil“ im Islam, also die Scharia, verzichten würden, wiesen dies erschreckend viele der befragten Muslime entrüstet zurück, auch als darauf hingewiesen wurde, dass das Grundgesetz und die Scharia einander ausschließen würden. Aber da die Autorin offensichtlich mangelhaft auf die Kundgebung vorbereitet war, gibt sie lieber einer älteren Dame Recht, die fordert: „den müssten sie einsperren“. Und wieder wird die Autorin persönlich, wenn sie dazu schreibt: „Das passiert natürlich nicht“. Zum Glück sind wir in Deutschland noch nicht so weit, dass man eingesperrt wird, wenn man einen Teil des Islams kritisiert. In islamischen Ländern wird man das jedoch – oder ausgepeitscht, gerne auch beides.

Es kann nur einer großen Portion Ignoranz und Blauäugigkeit geschuldet sein, wenn Journalisten, Politiker und Kirchenobere glauben, auch mit steigender Zahl der Muslime in der Bevölkerung würden Demokratie und Freiheit so bleiben, wie wir sie kennen. Dass das ein Trugschluss ist, versuchte Michael Stürzenberger den Zuschauern klar zu machen, die sich ihrerseits oft genug nicht an Diskussionsregeln hielten und hysterisch herumkreischten oder aggressiv und feindselig Michael Stürzenberger bedrohten.

Glaubte die Autorin etwa, das Gitter sei zum Schutze der Zuschauer vor dem „Häuflein“ dahinter, wie sich die Autorin ausgedrückt hat? Zur Aufklärung: Das Gitter ist zum Schutz von Michael Stürzenberger und seinem „Häuflein“. Trotz immer wieder versuchter tätlicher Angriffe aus dem Publikum, steht Michael Stürzenberger direkt bei den Menschen und nicht auf einem Podest in sicherer Entfernung. So gesehen ist er hinter dem Schutzgitter bereits „eingesperrt“ mit zusätzlicher Bewachung von ungefähr einem Dutzend Polizisten. So tolerant und freiheitlich geht es in unserem Lande mittlerweile zu. Ob Pax Europa solche Kundgebungen auch dann noch durchführen kann, wenn der Anteil der Muslime an der Bevölkerung weiterhin so schnell ansteigt wie bisher, wage ich zu bezweifeln.

Eine weitere despektierliche Bemerkung der Autorin gab es im ersten Absatz: „Der Pegida-Aktivist versammelte aber lediglich ein Häuflein um sich“. Ja was denn für ein Häuflein? Ein Häuflein Dreck? Was genau, bleibt der Phantasie des Lesers überlassen, bis er weiter unten dann die Auflösung erfährt: ein Häuflein von „Aktivisten“. Aber auch da ist die Autorin wieder gewohnt ungenau: Denn vier Leute davon waren alleine vom Ordnungsamt als „Ordner“ vorgeschrieben. Und dass Michael Stürzenberger „im Visier“ des Bayerischen Staatsschutzes steht, dürfte niemanden verwundern, der sich daran erinnert, dass vor noch nicht allzu langer Zeit die gesammelte LINKE unter Beobachtung des Staatsschutzes stand. Nun sind die Konservativen und Rechten dran.

Der letzte Abschnitt spiegelt dem Leser knallharte und neutrale Information über Pax Europa und Michael Stürzenberger vor. Grau umrahmt heißt es, Michael Stürzenberger hetze „pauschal gegen den Islam und die Muslime“ und er spreche ihnen im Ergebnis gemäß Verfassungsschutzbericht „wesentliche im Grundgesetz konkretisierte Menschenrechte“ ab, „wie insbesondere das Diskriminierungsverbot und die Religionsfreiheit“. Das wäre natürlich starker Tobak, wenn es denn stimmte. Lt. Bericht des Bundestages aus 2019

https://www.bundestag.de/resource/blob/645872/4860ada84f533374acfe84b95ad9ccf1/WD-2-040-19-pdf-data.pdf

sind bisher 55 von 57 islamischen Staaten der „Kairoer Erklärung“ von 1990 beigetreten. Die allgemein gültigen Menschenrechte werden durch die Kairoer Erklärung dadurch für nichtig erklärt, dass sinngemäß darin geschrieben steht, dass die Scharia allen Rechten übergeordnet ist, also auch über der UN-Menschenrechtscharta („Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“) stehe. Die Scharia und das Grundgesetz sind daher nicht kompatibel und trotzdem hätten viele Muslime sie auch gerne in Deutschland (siehe oben).

Die Autorin hätte also besser einmal zugehört, was Michael Stürzenberger über den Politischen Islam, also die Sharia, zu sagen hatte, als spöttisch lächelnd am Rande der Aufklärungsveranstaltung zu stehen und darüber nachzusinnen, wie sie Michael Stürzenberger am besten verunglimpfen könnte. Aber Zuhören, Recherche und genaue Berichterstattung sind augenscheinlich nicht das Ding der Autorin – was hoffentlich nicht auf die gesamte Redaktion der Kehler Zeitung zutrifft.

Journalismus in Theorie. Praxis siehe oben. Wie kürzt sich Kehler Zeitung ab?. 

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